Lucia zu Corona: 15.10.2020



Hallo,

Die Corona-Zahlen gehen in Arequipa etwas zurück, es sterben dennoch etliche Menschen an dem Virus. Wir hoffen sehr, dass die Zahlen nicht wieder ansteigen. Wir arbeiten mit den Kindern immer noch auf Distanz, dafür müssen wir uns immer neue Sachen einfallen lassen, damit es den Kindern und Familien nicht langweilig wird. Das ist gar nicht so einfach.

 

Zum „Tag des Schülers“, der in Peru sonst immer groß gefeiert wird, haben wir sehr schöne Erfahrungen gemacht. Wir sind bei allen Familien vorbei gegangen mit einem kleinen Geschenk und einem eigenen kleinen Kuchen und haben auf Abstand die Kinder besucht. Viele Familien waren sehr bewegt uns zu sehen, wollten uns umarmen, manche Kinder waren natürlich irritiert von den Masken, manche wollten gleich mit ihren Erziehern mit gehen. Es war schön für uns zu sehen, wie sehr wir auch vermisst werden. Und immer die Frage: wann können alle wieder in die Einrichtung kommen?

Wir hoffen sehr bald!!!

 

Mehr Fotos von den Besuchen zum Tag des Schülers können Sie hier sehen:

https://www.dropbox.com/sh/m3h3jkdgdza665v/AADS7D0WFtG8bsDY6HNd2SCda?dl=0

 

In den Nachrichten sehen wir, dass in Deutschland die Fallzahlen wieder ansteigen. Wir hoffen, dass es sich bald alles beruhigt. Bleibt gesund und passt auf euch auf!

Eure Lucia

 

 

Lucia zu Corona: 24.09.2020



Hallo,

ich schicke euch einige Fotos mit dem folgenden Link, die die Eltern von unseren Kindern im "Home Office" gemacht haben 

https://www.dropbox.com/sh/p1tygxtstyt8ce0/AADQVKl-Z-EOrlBA47oPKhtXa?dl=0

 

Es scheint, als würde sich die Situation mit Corona in Arequipa etwas beruhigen. Manche Zeitungen schreiben, dass die wahre Situation um Corona verschleiert werde. Ich glaube nicht an so etwas. Es gibt zum Glück nicht mehr diese lange Schlangen an Menschen, die Sauerstoff kaufen möchten. Im Krankenhaus gibt es zwei neue Sauerstoffanlagen, die von den Bergbauminen installiert wurden. Nun können die Menschen im Krankenhaus kostenlos ihre Sauerstoffflaschen auffüllen und müssen ihn nicht überteuert kaufen. 

 

Es gibt keine Ausgangssperre mehr wie zuvor, aber natürlich deutliche Einschränkungen wie überall auf der Welt. Wir hoffen alle, dass es hier keinen erneuten massiven Virusausbruch gibt. 

 

Lernen und Fördern der Kinder findet in Santa Lucia wie in allen anderen Einrichtungen immer noch zuhause statt. Bis auf 5 Kinder, deren Eltern immer wieder um Therapien vor Ort gebeten haben. Die 5 Kinder kommen für eine Stunde dreimal pro Woche in unterschiedlichen Zeiten und arbeiten mit den Psychologen, Logopäden und Pysiotherapeuten. Wir achten sehr auf den Abstand und versuchen alle zu schützen, klären die Eltern immer wieder über Verhaltensregeln auf, damit sich niemand ansteckt, am wenigsten die Familien selbst. Wir können diese Eltern aber sehr gut verstehen, die Angst ist groß, dass ihre Kinder in der Zeit es Lockdowns viel verlernen. Uns gibt es so die Möglichkeit, unsere Hygienekonzepte anzupassen und langsam wieder zu beginnen, auch wenn leider nicht nicht klar ist, wann wieder mit allen Kindern zurück kehren können.

 

Ich hoffe, es geht Ihnen allen gut,ich sende viele Grüße aus Arequipa,

eure Lucia

 

 

Freistellungsbescheid des Finanzamtes 2020



Das Finanzamt hat unsere Finanzen von 2017-2019 überprüft. Es bestätigt die satzungsgemäße Verwendung der Spenden und dass wir weiterhin von der Körperschaftssteuer und der Gewerbesteuer befreit sind. Und es wird bestätigt, dass wir auch künftig steuerrelevante Spendenquittungen ausstellen dürfen. Eine Kopie des Freistellungsbescheides finden Sie unter Finanzunterlagen. Da haben wir zu Ihrer Information über die Verwendung Ihrer Spenden auch alle jährlichen Finanzberichte öffentlich gemacht.

http://p108745.typo3server.info/10.0.html

 

Lucia zu Corona: 9.9.2020



Hallo,

 

ich hoffe, dass es Ihnen und euch allen gut geht und alle gesund sind in diesen schwierigen Zeiten. Es ist bestimmt auch in den internationalen Medien, dass es in Peru auf eine Millionen Einwohner die meisten Toten in Folge von COVID-19 gibt. Leider sind viele Dinge sehr schlecht in Peru: die medizinische Versorgung, die ökonomische Situation, das Verantwortungsbewusstsein und die Disziplin der Menschen hier. All diese Faktoren tragen dazu bei, dass sich immer mehr Menschen mit dem Virus infizieren, etliche werden sehr krank und sterben und nicht nur alte Leute mit Vorerkrankungen. Es sterben auch junge Leute und sogar Kinder! Viele andere haben aber keine Symptome und spazieren auf der Straße, besuchen die Familie, feiern Feste und stecken auf diesem Weg immer mehr Menschen an. Es ist einfach nur noch chaotisch hier.

Aktuell sind 14 Familien aus Santa Lucia mit dem Coronavirus infiziert, einige schon wieder genesen, andere haben noch Beschwerden. Zum Glück gibt es bislang noch keine schweren Verläufe, niemand musste beatmet werden. Und bislang ist auch keines der Kinder in diesen Familien an dem Virus erkrankt, das ist ein großes Glück.

 

Im Personal ist das Virus derzeit bei 4 Familien nachgewiesen und auch dort zum Glück nur mit milden Verläufen.

Das Problem ist, dass viele Familien mit mehreren Generationen unter einem Dach leben: Großeltern, Eltern, Geschwister auch mit Partnern und die Kinder. Diejenigen der Familie, die zur Arbeit gehen, stecken sich oft mit dem Virus an und infizieren in der Folge die ganze Familie.

 

Die Regierung hat den Lockdown zurück genommen, da die Wirtschaft am Boden liegt. Alle dürfen nun wieder auf die Straße, es gelten Abstandsregeln, die Maskenpflicht und die Händehygiene. Aber alle wissen, dass sich viele nicht an diese Regeln halten werden. Vielen fehlt einfach das Verantwortungsbewusstsein, es wird nicht an die Folgen des eigenen Handelns gedacht.

 

Wir arbeiten weiterhin mit den Kindern auf Distanz, alle Schulen und Betreuungseinrichtungen sind noch geschlossen. Das digitale Lernen mit unseren Familien funktioniert immer noch gut. Das Personal hat sich aber letzte Woche in der Einrichtung getroffen, da sich leider in den leeren Räumlichkeiten viele Mäuse ausgebreitet haben. Wir haben mit großem Abstand zueinander alles sauber gemacht, aber natürlich nur die Mitarbeiter ohne Coronainfektion oder Vorerkrankungen wie zB unsere Köchin Carmen. Sie kann der Gefahr einer Infektion aufgrund von chronischen Erkrankungen nicht ausgesetzt werden. Viele Mäuse wurden in den Gruppenräumen und der Küche gefangen und nun sind alle Schlitze unter den Türen und an Fenstern abgedichtet in der Hoffnung, dass alle Eingänge für Mäuse nun versperrt sind.

 

In der Hoffnung, dass diese schreckliche Zeit bald vorbei ist und wir auch wieder vor Ort mit den Kindern spielen, lachen, lernen und arbeiten können, sende ich viele Grüße aus Arequipa.

Lucia Vega.

 



Lucia zu Corona: 7.8.2020



Hallo,

ich hoffe es geht Ihnen allen gut in diesen auf der ganzen Welt schwierigen Zeiten.

Wir arbeiten in Santa Lucia immer noch von zuhause aus, alle Einrichtungen, Schulen und Kindergärten sind noch geschlossen. Leider sind vier Familien von Kindern in Santa Lucia an Corona erkrankt, zum Glück nicht sondern schlimm und alle werden nach und nach wieder gesund. Das größte Glück ist aber, dass sich keines der Kinder symptomatisch infiziert hat!

Auch in Ayo ist das Virus leider angekommen. Bislang ist nur eine Familie betroffen und diese befinden sich in Quarantäne. Der Vater ist an der Infektion verstorben und die Mutter ist aktuell im Krankenhaus. Es gibt leider keinen Arzt in Ayo, nur einen Sanitäter. Dieser hatte angenommen, der Mann leide an einer Nierenbeckeninfektion und ihn zum medizinischen Stützpunkt in Andagua geschickt. Dort hat man herausgefunden, dass er an Corona erkrankt ist, er ist nach Arequipa gebracht worden, allerdings sehr spät und dort noch am Tag seiner Ankunft verstorben. Seine Frau wird nun auch in Arequipa behandelt. Sie haben zwei kleine Kinder die auch infiziert sind, allerdings nur mit milden Erkältungssymptomen.

Der Ablauf der Schulspeisung wurde daraufhin etwas geändert. Es wurde vor Ort zubereitet und die Menschen haben das Essen abgeholt und zuhause gegessen. Da das Infektionsgeschehen in Ayo nun aber kontrolliert ist und alle Familien negativ auf das Virus getestet wurden, können sie Leute wieder vor Ort essen.

Die Situation in Arequipa ist nach wie vor schlecht, die Infektionszahlen sind enorm, es wurden erneut Betten im staatlichen Krankenhaus aufgestockt. Diese reichen nach wie vor nicht, wer erkrankt, kann keine Hilfe im Krankenhaus erwarten. Viele Menschen bleiben krank zuhause und wenn sie sterben, dann lieber zuhause als im Krankenhaus.

Es sind etliche Ärzte und Krankenpfleger aus Lima nach Arequipa gekommen, es gibt hier immer weniger medizinisches Personal, viele sind infiziert, einige verstorben. Das ist alles sehr sehr traurig.

Alle Menschen hier hoffen sehr, dass diese Pandemie bald ein Ende hat und wir wieder wie gewohnt in unsere Leben und auch in unsere Arbeit zurück können.

Viele liebe Grüße,

Lucia

 

 

Corona in Arequipa: "Der Spiegel" 8.8.2020



„Bleib stark Arequipa!“

„Die weiße Stadt durchlebt schreckliche Momente"

 

Lucia zu Corona: 19.7.2020



Liebe Freunde von Santa Lucia,

immer noch sind die Zustände in Arequipa und Peru aufgrund der Corona-Pandemie prekär. Ich selbst kenne leider viele Menschen, die an dem Virus gestorben sind. Ältere Nachbarn und Eltern von Freunden, die eben als ältere Menschen Vorerkrankungen hatten. Aber auch Freunde von mir im Alter von Anfang 50. Das ist so traurig und bereitet uns große Sorge. Es gibt teilweise 900 neue Fälle in Arequipa und über 20 Tote pro Tag. Aktuell sind es 4000 Neuinfektionen in ganz Peru pro Tag. Leider sind auch zwei Familien von Kindern aus Santa Lucia an Corona erkrankt. Sie sind zuhause in Quarantäne, aber auch, weil die Zustände im staatlichen Krankenhaus katastrophal sind. Die Menschen harren immer noch vor den Türen der Klinik aus, Angehörige bringen schwer Erkrankte, sie liegen in ihren Autos oder auf Liegen, teilweise mit Sauerstoff in Flaschen, die von den Familien selbst organisiert werden. Es sind viele Klinikmitarbeiter an Corona infiziert und teilweise auch gestorben, sodaß nun auch noch ein Personalmangel entsteht.

In Arequipa gibt es nur 4 private Kliniken, die überhaupt stationäre Patienten aufnehmen. Die größte heißt „San Juan de Dios“ und nimmt gar keine Fälle von COVID-Erkrankten auf. Die „Clinica Arequipa“, die „Clinica Valle Sur“ und die „Clinica San Pablo“ haben insgesamt nur 11 Intensivbetten und sonst auch wenige stationäre Betten. Dieser wenige Platz ist aber wohl den Personen mit einer privaten Krankenversicherung vorbehalten.

In Lima gibt es natürlich mehr private Krankenhäuser, die auch größer sind. In den Nachrichten wurde allerdings mal von einer Frau berichtet, dass eine private Klinik für die Behandlung ihres an Corona erkrankten Vaters 180.000 Soles (ca. 45.000 Euro) berechnet hat. Das ist eine Summe, die sich hier kaum jemand leisten kann.

Wir senden im Namen aller Mitarbeitern, Kindern und Familien Grüße nach Deutschland und hoffen, dass sich diese schreckliche Situation bald bessert. Bleibt alle gesund! Lucia und das Team von Santa Lucia

 

Lucia zu Corona: 6.7.2020



Liebe Freunde von Santa Lucia,


Manuela hat wieder Lebensmittel zur Schulspeisung nach Ayo geschickt, es ist dringend nötig die Menschen dort zu unterstützen. Es sind aktuell 69 Kinder und 26 ältere Menschen, die die Schulspeisung nutzen. Zum Glück ist Corona noch nicht in Ayo angekommen, aber die Lebensmittel helfen den Familien dennoch sehr. Das Problem ist, dass es nur Transporte gibt für wichtige und wirklich nötige Dinge gibt. Ihre eigenen angebauten Produkte können sie aber nicht auf andere Märkte versenden und somit auch nicht gegen andere Lebensmittel tauschen. In Ayo werden generell nur Früchte angebaut, immer wieder gab es früher bereits Anregungen, dass der Anbau variabler werden muss, aber die Menschen ändern sich nicht. Manuela hat diesen Monat nun doch um ihren Lohn gebeten (sie hatte zuvor aufgrund der Krise darauf verzichtet), sie wird das Geld auch für Ayo verwenden, die Produkte sind in der Corona-Krise alle viel teurer geworden und für das, was sie für die Schulspeisung braucht reicht das eingeplante Budget nicht.


Die Situation in Peru bessert sich in Bezug auf das Coronavirus etwas, allerdings leider nicht in Arequipa. Wir haben nach Lima die höchsten Infektionszahlen. Es gibt keinen freien Sauerstoffplatz mehr in Arequipa, die Menschen stehen in langen Schlangen um Sauerstoffflaschen zu kaufen. 4.000 Liter kosten ungefähr 3.500 - 6.000 Soles (800-1500 Euro) und der Transport so einer Flasche um die 400-600 Soles! In den Krankenhäusern gibt es keinen Sauerstoff mehr und auch keine freien Plätze für so viele Menschen. Es gibt außerhalb der Krankenhäuser viele erkrankte Menschen auf einfachen Liegen, dort bringen die Familien den Sauerstoff hin um ihre Angehörigen zu versorgen. Es ist sehr viel Leid in diesen Familien, aber dennoch müssen viele Menschen täglich zum Arbeiten und Überleben auf die Straße. Viele Menschen sterben zuhause an COVID-19, auch ich kenne welche, und man sagt, dass man in den Krankenhäusern wohl noch schneller stirbt, da die Zustände dort so katastrophal sind. Wir hoffen alle, dass sich die Situation bald bessert.


Wir arbeiten weiter auf der Distanz mit den Kindern, es klappt mittlerweile richtig gut, die Eltern und Erzieher haben ein gutes gemeinschaftliches Konzept entwickelt und das Interesse an der Förderung der Kinder in bei den Eltern deutlich gestiegen über diese Zeit. Die Aufgaben und Übungen sind interessant und gleichzeitig fordernd, zudem gibt es Videos und Material, welches lustig ist und Spaß macht. Es gibt Familien, deren Kinder früher in Santa Lucia waren, die uns nun auch um digitale Lerneinheiten bitten. Andere Einrichtungen scheinen nicht immer so interessiert zu sein.


Nach Sieglindes Tod hatte ich die Idee, die Einrichtung zu Ehren ihrer in „Sieglinde Pausewang“ umzubenennen. In Peru ist das erlaubt nach dem Tod einer Person. Es ist allerdings schwieg auszusprechen für die Menschen hier. Nun wollen wir ein schönes Foto von ihr an einem zentralen Punkt in der Einrichtung aufhängen.


Ich sende allen viele Grüße nach Deutschland, bleiben Sie alle gesund!

Lucia Vega (verfasst am 6.7.20)

 

 



Trauer um Sieglinde Pausewang



Sieglinde Pausewang, die Gründerin von „Santa Lucia“, ist am 23.6.2020 im Alter von 86 in Kassel gestorben.

 

Als Sonderpädagogin hat sie in vielen Teilen der Welt in der Entwicklungshilfe gearbeitet, so in Indien, Afrika und Südamerika.

Ihren letzten offiziellen Auslandseinsatz hatte Sieglinde 1983 in Arequipa in Südperu.

Während ihres Aufenthaltes in Arequipa hatte Sieglinde Manuela Vilca und Ihre Tochter Lucia kennengelernt. Nach Sieglindes Pensionierung hat sie mit beiden in 1993 das sozialpädiatrische Zentrum „Santa Lucia“ gegründet und zu einer in Arequipa und Peru hoch anerkannten Einrichtung aufgebaut.

 

Für ihre soziales Engagement wurde Sieglinde Pausewang vielfach ausgezeichnet, unter anderem in 1994 mit dem Bundesverdienstkreuz

 

Wir sind ihr dankbar.

 

 

 

Dank an Sieglinde Pausewang aus Santa Lucia



Heute ist Sieglinde Pausewang, die Gründerin unserer Einrichtung von uns gegangen. Wir haben dir so viel zu verdanken! Nicht nur all die vielen Mitarbeiter, sondern auch die vielen Familien, die in Santa Lucia betreut wurden. Mit deiner Arbeitsphilosophie und deinem Engagement hast du uns gelehrt, dass die Kinder immer an erster Stelle stehen und das wichtigste im Leben sind. „Angeles de Dios“ (Kinder Gottes) hast du sie immer genannt. Ein Einwegbecher oder eine Papierrolle reichte um wichtiges Spiel- und Lernmaterial zu basteln und die Kreativität und die Liebe zu den Kindern war immer das Wichtigste. Deine Solidarität mit all denen, die weniger haben hat dazu geführt, dass du dich 27 Jahre immer wieder weit weg von Zuhause um Kinder mit unterschiedlichsten Fähigkeiten gekümmert hast. Die wir nun auf der Erde zurück bleiben, tragen deine Arbeit weiter und du wirst uns vom Himmel den Weg weisen.

DANKE SIEGLINDE! In unseren Herzen lebst du auch in Peru weiter!

 

 



Lucia zu Corona: 18.06.2020



Hallo,

Wir haben Lebensmittel für die Schulspeisung in Ayo gekauft. Es konnte allerdings nicht alles mitgeben werden, da aktuell nur ein Transporter zweimal im Monat nach Ayo fährt.

Die Schulspeisung ist seit Juni tatsächlich wieder geöffnet, obwohl sonst im Land in den Städten noch relativ strikte Ausgangssperren herrschen. In Ayo gibt es bislang keine Corona-Fälle und es hoffen natürlich alle sehr, dass es so bleibt. Es gibt dort weder Krankenhäuser noch Ärzte, nur ein Mann hat die Weiterbildung als Krankenpfleger, ein Coronaausbruch wär also eine Katastrophe. Das Dorf ist aber bis auf die seltenen Transporte weitgehend isoliert. Die Menschen dort haben daher aber auch leider keine Möglichkeit, ihre regionalen Produkte auf dem Markt in Andagua anzubieten. Und einige Kinder, die sonst in Arequipa zur Schule gehen und bei Verwandten wohnen, sind im Zuge der Pandemie in Ayo geblieben. Die Versorgung mit Lebensmittel ist durch den eingeschränkten Handel noch schlechter als sonst und somit war der Ruf nach der Öffnung der Schulspeisung laut. Es sind viele Kinder und ältere Menschen die in die Schulspeisung kommen und essen. Wir hoffen dass wir auch weiterhin unkompliziert Lebensmittel nach Ayo bringen lassen können.

In Arequipa ist die Situation immer noch sehr beängstigend. Es gibt immer mehr Infizierte und mittlerweile keine Kapazitäten mehr in den Krankenhäusern. Viele Menschen sterben auch an anderen Erkrankungen, weil es keine medizinische Versorgung mehr gibt. Herzinfarkte oder andere schwere Erkrankungen können nicht mehr behandelt werden. 

Die Ausgangssperren gehen bis Ende Juni. Aber ich denke, dass sie danach vielleicht aufgehoben werden, da sich viele Menschen sowieso nicht an die Regeln halten. Viele gehen auf die Straßen um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, aber auch einfach so. Die Masken werden oft nicht aufgezogen und die Unzufriedenheit in der Bevölkerung ist hoch. 

Im Kreise von Santa Lucia ist eine alleinerziehende Mutter an COVID19 erkrankt, sie ist Polizistin und hat bislang einen milden Symptomverlauf. Ihre Kinder wohnen aktuell bei ihrer Schwester. Und sonst gibt es glücklicherweise keinen weiteren in der Familie mit Beschwerden. 

Daran zeigt sich natürlich auch das „Problem“ der asymptomatisch Erkrankten. Die Menschen fühlen sich gesund und geben unwissend das Virus weiter. Diese Situation stresst uns alle sehr. Und niemand weiß wie lange die Situation noch anhält. Keiner weiß ob wir noch monatelang solche Zustände haben werden.

Ich bedanke mich sehr führ Ihre Arbeit, viele Grüße,

Lucia.

 

 

Lucia zu Corona: 20.05.2020



Liebe Freunde von Santa Lucia,

 

ich hoffe es geht Ihnen allen gut. Diesen Text schreibe ich im Rahmen der monatlichen Abrechnung, die ich an den deutschen Verein schicke. In Zeiten von Corona ist dieser Bericht ganz anders als sonst:

Wir haben im April lediglich das Telefon und Internet bezahlt, was ein monatlicher Fixpreis ist. 

 

- Manuela hat diesen Monat ihren Lohn nicht akzeptiert. Sie sagte, dass sie nichts verdienen kann, wenn sie nicht arbeitet. Bevor wir die Einrichtung nicht wieder regulär öffnen können, verzichtet sie auf ihr Gehalt. Sie ist sehr besorgt über die Situation von Santa Lucia in diesen Zeiten und hat immer ein Auge darauf, dass das Geld reicht.

 

- Anyela ist unsere Aushilfe in der Küche, sie kann natürlich aktuell auch nicht arbeiten. Wir müssen sie dennoch finanziell weiter unterstützen, der Vater ihres Kindes bringt ihr manchmal Lebensmittel vorbei, zahlt aber kein Geld als Unterhalt. Somit fehlt ihr immer Geld für Brot und lebenswichtige Dinge. Sie lebt derzeit in unserem Haus in der Cahuide, damit unterstützen wir sie, da sie keine Miete zahlt. Das Haus möchten wir verkaufen, in der Coronakrise ist dies aber nicht möglich.

 

- Dr. Rivera arbeitet derzeit natürlich komplett im Krankenhaus und bekommt somit kein Geld von uns.

 

- Unsere Köchin Carmen kann derzeit auch nicht arbeiten da die Kinder von Santa Lucia natürlich zuhause essen, aber sie kommt ihren Lohn weiter. Sie hat sonst überhaupt kein Auskommen mehr, sie ist chronisch krank und bekommt keine Unterstützung durch ihre Kinder. Das ist auch der Unterschied zu Manuela, die auf ihre Kinder zählen kann.

 

- Unsere Steuerberaterin bekommt ihren Lohn, der vertraglich vereinbart ist. Es fallen ja weiterhin Steuern und Zahlungen für die Einrichtung an, die bearbeitet werden müssen.

 

- Der Familie aus Venezuela, die in unserem Haus Thomas Alvarez wohnt, geht es gut. Sie bewohnen, beleben und bewachen das Haus, es gibt ja aktuell auch keine deutschen Praktikanten, wir haben Ihnen 200 Soles diesen Monat bezahlt. 

 

Die Arbeit mit den Kindern hat sich tatsächlich nach vielen Startschwierigkeiten auf allen Seiten gut eingependelt. Die Familien haben sich daran gewöhnt, die ganze Zeit mit den Kindern zuhause zu sein. Die Erzieher und Therapeuten erarbeiten jeden Tag einen Förder- und Spieleplan für jedes einzelne Kind und senden es per WhatsApp an die Eltern. Die Kommunikation ist mittlerweile sehr viel besser mit den Eltern. 

Ich lasse mir jeden Tag alle Pläne der Erzieher und Therapeuten schicken, schaue darüber und versuche in gemeinsamen digitalen Treffen Anregungen und Fragen zusammen zu tragen, die wir gemeinsam besprechen. Jeden Freitag „treffen“ wir uns als gesamtes Personal über Webex und tauschen die Informationen zu den Kindern aus, aber auch zu Dokumenten, die anfallen. Es war zu Beginn alles sehr holprig und anstrengend, alles mussten wir komplett neu aufbauen, aber mittlerweile sind technische Probleme Vergangenheit und der Austausch ist entgegen aller Bedenken gut.

 

Meine Arbeit mit dem Bildungsministerium ist so viel und anstrengend wie nie zuvor. Sie kontrollieren alle privaten Bildungseinrichtungen, fordern Dokumente und Papiere an, es sind so viele, die wird sicher kein Mensch dort lesen. Sie fordern und fordern. Jeden Dienstag und Donnerstag vormittag gibt es ein verpflichtendes digitales Treffen, es ist sehr ermüdend, aber wir müssen da teilnehmen. Ich kann keinen Sinn in dieser Kontrolle erkennen. Natürlich gibt es sicher immer mal die eine oder andere Einrichtung, die keine gute Arbeit im Homeoffice macht, aber die Kontrollen hören nicht auf für alle. 

 

Ich schicke zudem einen Brief von Juan. Er hat mich angesprochen, dass er im Moment keine Therapien anbieten kann, er bekommt nur das Gehalt, dass er als Angestellter der Schule bekommt, in der er auch noch arbeitet. Er kann also aktuell die Kreditzahlungen an Santa Lucia nicht leisten, da er die Nebenkosten für Carmens Haus zahlt und wenn gesundheitlich etwas bei ihr ansteht, ihre Kinder kümmern sich leider darum nicht. Ich habe ihn gebeten, dass er Ihnen einen Brief über seine Situation schreibt. Diesen habe ich im Anhang angehängt.

 

Es ist einfach schrecklich, aber die Corona-Infektionzahlen in Peru steigen weiter an und wir wissen nicht, wann und wo ein Ende in Sicht ist.

 

Ich hoffe es geht Ihnen allen gut. Ich schicke viele Grüße und melde mich bald mit der aktuellen Situation.

Danke und viele Grüße,

Lucia

 

 

Frühjahrsrundbrief 2020



Im Frühjahrsrundbrief 2020 haben wir die aktuellen Informationen zur Situation von Santa Lucia in Zeiten von Corona zusammengefasst. Den Rundbrief sowie alle Rundbriefe seit 2010 finden Sie hier:

arequipa-info.de/9.0.html

 

 

 

 

Lucia 13.4.2020: Aprendo en mi casa (Ich lerne zu Hause)



Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer von Santa Lucía,

ich hoffe, dass es Ihnen und Ihren Familien gut geht und alle bisher noch von COVID-19 verschont geblieben sind.

 

In Santa Lucía arbeiten wir derzeit nicht in den Klassen. Allerdings arbeiten wir mit den Familien und den Kindern jeweils individuell zusammen, damit das Zuhausebleiben in diesem gezwungen Zustand dennoch gesundheitsfördernd ist, die Kinder weiter unterhalten werden und dabei weiter lernen. Die Kommunikation und die Aufgaben, die wir an die Familien senden, erfolgen über das Handy und WhatsApp, welches die meisten Eltern auch haben. Diejenigen die kein WhatsApp haben, benutzen dann häufig das Handy von Verwandten mit denen sie zusammenwohnen. Das gleiche gilt für Zettel die ausdgedruckt werden sollen. Mit einigen Familien, die keine Möglichkeit zum Drucken haben, haben wir auch vereinbart, dass diese einfach die Aufgabenzettel selber abzeichnen könnnen. Das ist häufig unrproblematisch möglich.

 

Diese Aktivitäten richten sich nach den Lernbedürfnissen jedes Kindes, seiner Diagnose und den Schwierigkeiten, die jedes Kind hat. Aber das Wichtigste ist derzeit, dass wir lustige Aktivitäten anbieten, an denen auch die ganze Familie teilnehmen kann, mit Spielen, dynamischen Übungen, Yoga usw. Wir haben aber auch viele Aktivitäten, welche die Kinder länger beschäftigen sollen. Dies ist insbesondere für Kinder mit Autismus sehr wichtig, denn wenn sie nicht ausreichend beschäftigt sind, werden sie frustriert und entwickeln ein schwieriges Verhalten. Deshalb senden wir ihnen sehr abwechslungsreiche Bilder zu auf den beispielsweise Kinder in einer Yoga-Haltung zu sehen sind, andere schälen Bohnen, waschen Kleidung oder füllen Behälter.

Hier können Sie Fotos und Videos der Eltern sehen:

https://www.dropbox.com/sh/ch9c5g3k9g6ykcg/AACmR05RgOiYC08axV_CxKi9a?dl=0 

 

Was uns sehr wichtig ist, dass die Kinder das Händewaschen viel üben, was insbesondere nun auch in der Coronasituation unerlässlich ist. Dabei richten wir uns auch an die Eltern, damit diese das Händewaschen in Eigenhilfe mit ihren Kindern täglich üben. Jetzt wo sie mehr Zeit zu Hause haben, fällt dies vielen auch leichter.

Die Eltern sind wegen der Arbeit, die wir leisten sehr erleichtert, denn es hilft ihnen sehr ihre Kinder aber auch sich selbst zu unterhalten. Selbstverständlich sagen sie auch alle, dass es für sie besser ist, wenn der normale Unterricht in den Klassen wieder beginnt.

 

Vielen Dank an Sie alle! Durch Ihre Unterstützung ist die Arbeit für Santa Lucía und die Hilfe für die Familien weiterhin möglich!

Viele Grüße

Lucia

 

 

 

Lucia 30.3.2020: Corona in Arequipa



Hallo liebe Freunde,

ich hoffe euch geht es gut, trotz der Situation mit dem Coronavirus.

In Peru ist die Situation noch nicht besser. Es gibt noch die Ausgangssperre, die die Regierung verhängt hat. Die Maßnahmen wurden sehr schnell umgesetzt um das soziale Leben einzuschränken. Aber das schlechte ist, dass viele Personen hier in meinem Land sehr unverantwortlich sind und nach draußen gehen, als wäre nichts. Und es gibt auch Menschen die weiter Sachen verkaufen, und ihr wisst, dass sie das müssen um jeden Tag ihr Essen davon zu kaufen. Also arbeiten sie weiter und kümmern sich nicht darum, ob es erlaubt ist oder nicht. Die Regierung unterstützt bedürfte Familien mit 380 Soles pro halben Monat (Anmerkung: 100 Euro). Aber einige Personen erreicht das Geld nicht, da die Daten der Personen in den Registern des Zensus nicht aktualisiert sind. Also bekommen die Personen die es nicht brauchen diesen Bonus, und die die ihn benötigen bekommen nichts.

Meinen großer Respekt gilt allen Familien in Santa Lucia! Die meisten habe eine „unabhängige/selbstständige“ Arbeit: Maurer, Mechaniker, Schweißer, Schreiner, Schuster, viele Taxifahrer, Busfahrer, die in normalen Zeiten ganz in Ordnung verdienen können, aber jetzt haben sie aktuell kein Einkommen. Deswegen ist es für sie eine sehr schwierige Situation. Nur eine kleine Gruppe ist angestellt in Firmen, die die Gehälter weiter bezahlen. Die Regierung hat die Ausgangssperre verlängert, daher wird der Bonus um diese 15 Tag verlängert und von der Verwaltung jedes Distrikts gezahlt. So kommt es dann bei den Familien von Santa Lucia an.

Unser Personal bearbeitet ein Buch zum Thema Autismus. Sie sagen, dass sie sich nun besser mit Autismus auskennen und besser arbeiten können. Bis zum heutigen Tag haben wir Anleitungen an die Familien unserer Kinder geschickt, welche Aktivitäten sie mit den Kindern zu Hause machen können. Aber da müssen die Familien mitarbeiten und wir schauen, dass es Aktivitäten sind, die den Familien helfen die schwierige Situation, mit ihren „gestressten“ Kindern, die nicht raus dürfen, zu überstehen

Jeden Tag gibt es einen Bericht der Regierung, wie sich die Fälle entwickeln, und es ist sehr demotivierend, da die Zahlen steigen. Natürlich steigen sie, aber es wäre besser, wenn sich die Menschen an die Ausgangssperren halten würden. Die Menschen glauben nicht, dass es nicht genügend Möglichkeiten zur Behandlung in den Krankenhäusern gibt und genügend Testmöglichkeiten, wenn die Infektionen weiter steigen.

Die Polizei und Behörden kontrollieren in den Straßen, damit niemand das Haus einfach so verlässt. Man darf Essen einkaufen und in die Apotheke. Wir brauchen wirklich Polizei und Soldaten, die die vielen Menschen kontrollieren, die einfach nicht weit genug denken, könnt ihr euch das vorstellen? Die Leute denken einfach nur für diesen Moment, dass sie jetzt einmal raus gehen wollen und mehr interessiert sie nicht.

In Arequipa sind 21 Personen infiziert. 2 sind im Krankenhaus en ESSALUD, die anderen Personen sind zu Hause und 2 Personen sind geheilt.

In der Familie geht es allen gut. Wir sorgen uns um Manuela, meine Mutter. Glücklicherweise sind ihre erwachsenen Enkel Nestor und Mirza bei ihr. Wir anderen können Sie nicht sehen, aber wir telefonieren jeden Tag.

Ich hoffe von ganzem Herzen, dass die Situation sich verbessert. Das Gesundheitssystem in Peru kann viele zu viele Erkrankte nicht aushalten und die wirtschaftliche Situation verschlechtert sich sehr.

Passt alle auf euch auf und bleibt gesund, viele Grüße, Lucia

 

 

 

Santa Lucia wegen Corona geschlossen



Liebe Freunde von Santa Lucia.

Lucia hat uns über die Situation durch Corona in Santa Lucia geschrieben.

Praktikanten sind keine mehr in Arequipa. Malina und Matthias sind Ende Januar abgereist. Katharina wollte noch bis Ende März bleiben, ist aber schon vorzeitig wegen dem Corona Virus geflogen. Die nächste Generation kommt erst im Sommer. Da müssen wir mal sehen, wie die Situation ist

Hier ist Lucias Bericht:

 

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer von Santa Lucía,

 

die Situation hinsichtlich der Corona-Pandemie spitzt sich auch in Peru weiter zu, was mit weiteren Einschränkungen einhergeht. Aktuell ist der Notstand ausgerufen worden. Dies bedeutet, dass keine Person außer im Notfall das Haus verlassen darf. Unter die Ausnahmen fallen zum Beispiel Arzt- und Apothekenbesuche sowie Supermarkteinkäufe.

 

Heute sind nur noch wir, das Personal, nach Santa Lucía gekommen. Die Eltern der Kinder wissen bereits, dass sie ihre Kinder nicht in die Einrichtung bringen sollen, weshalb schlussendlich auch kein Kind heute da war. Das Personal bildet sich derzeit über das Thema Autismus weiter. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter hat derzeit ein Buch über Autismus, was sie zu Hause lesen sollen, damit sie sich weiter mit der Entwicklungsstörung in der Theorie aber auch aus praktischer Arbeitssicht beschäftigen und weiterbilden.

 

In Peru sind inzwischen Universitäten und Institutionen geschlossen worden. Die Medizinstudenten im Praktikum gehen nun auch nicht mehr in die Krankenhäuser und sonstigen Kliniken.

 

Seit vier Tagen stürmen die Menschen in Peru nun in sämtliche Supermärkte und kaufen wie verrückt, die Schlangen finden kein Ende. Am heutigen Morgen wurde die soziale Situation auch immer schlimmer. Es kam zu Auseinandersetzungen der Kunden untereinander, wobei zum Teil die Polizei einschreiten musste.

Auf den Straßen sind jetzt schon nicht mehr viele Autos zu sehen, aber ab morgen sollen die Straßen frei von Menschen und fahrenden Autos sein. Allein Ärzte, sonstiges medizinisches Personal und weitere Krankenhausmitarbeiter dürfen sich noch in den Autos zur Arbeit fortbewegen. Die Verantwortlichen haben bereits Verhaftungen angedroht, wenn sich Menschen ohne Sonderbefugnis auf den Straßen aufhalten.

 

Dieser Ausnahmezustand wurde nun erstmal für die nächsten zwei Wochen festgesetzt. Der Präsident hat auf die Situation der Arbeiter reagiert und festgelegt, dass alle Menschen in ihre Heimatstädte zurückkehren müssen. Die Arbeitgeber müssen allerdings eine Rückkehr in den jeweiligen Beruf nach Beendigung des aktuellen Notstandes gewährleisten, weshalb der Lohn weiterhin ausgezahlt werden muss. Für Verkäufer auf der Straße, die nun nichts mehr verkaufen können, wird die Regierung diesen Familien für die nächsten zwei Wochen eine Sonderhilfe in Höhe von 380 Soles [ca. 98 Euro] bereitstellen.

 

Derzeit gibt es 86 Coronainfizierte in Peru. 73 davon sind in Lima, zwei Fälle gibt es in Arequipa und der Rest verteilt sich auf die anderen Regionen. Sehr problematisch ist, dass die Tests von Arequipa nach Lima geschickt werden und 5 bis 7 Tage für die Testergebnisse benötigt werden. Keiner kann deshalb sagen, wie hoch die konkreten Zahlen derzeit sind.

 

Heute wurden nun die Außengrenzen des Landes geschlossen und auch zwischen den Städten in Peru ist ein Übertritt nun nicht mehr möglich.

 

Nun, ich hoffe, dass dies alles hilft, das Coronavirus zu kontrollieren und einzudämmen.

 

Passen Sie auf sich auf!

 

Lucía Vega

 

Anmerkung: Lucía Vega hat den Brief am 16.03.2020 verfasst und gibt die Situation in Santa Lucía und allgemein in Peru hinsichtlich der Corona-Pandemie zu diesem Zeitpunkt wieder.