Santa Lucia Mai 2022



Liebe Freunde

Mit dem Hygienekonzept kommen wir aktuell gut zurecht und haben derzeit keine Coronfälle in Santa Lucia.

Wir hatten einige Probleme mit neuem Personal, die uns wieder verlassen haben.

Jent, Physiotherapeutin und Lizbeth und Claudia, Erzieherinnen. Die Erzieherinnen geben an, dass sie sich „die Arbeit mit Kindern mit Behinderungen niemals so schwierig vorgestellt hätten“.

Es ist sehr ärgerlich, denn wieder muss neues Personal angelernt werden und vor allem die Kinder bekommen wieder neue Bezugspersonen. Die Arbeit in jeder Einrichtung ist auch anders, aber bei vielen haben die Erzieherinnen ihren Schreibtisch, dort sitzen Sie mit ihrem Handy und geben den Kindern Spielsachen, mit denen sie sich selbst beschäftigen sollen.

In Santa Lucia weist Bianca stetig darauf hin, dass die Kinder über Spiele mit konkreten Materialien zum Lernen angeleitet werden müssen. Natürlich gibt es auch freie Spielzeit für die Kinder, aber die Arbeit der Erzieherinnen besteht aus der aktiven Unterstützung und Förderung der Kinder und nicht aus einem Absitzen der Arbeitszeit vor den privaten Handys.

Formal hätten diese drei Mitarbeiterinnen gar nicht so kurzfristig kündigen dürfen, aber wir lassen sie lieber gehen und suchen Mitarbeiter, die eine gute Arbeit machen.

Als Physiotherapeutin kommt Eva, die bereits als Praktikantin und nach der Ausbildung bei uns gearbeitet hat, das freut uns sehr.

Perus aktueller Präsident ist leider selbst Lehrer und erhöht die Löhne der Lehrkräfte so sehr, dass es schwierig wird, sie zu bezahlen. In staatlichen Einrichtungen sind die Einstiegsgehälter der Lehrer/Erzieher um 2.500 Soles, und mit steigenden Berufsjahren kann man bis 8000 Soles verdienen. Das sorgt dafür, dass alle beim Staat arbeiten wollen.

Der Mindestlohn ist für alle auf 1.050 Soles angehoben.

Seit Mai können wir wieder ganz normale Gruppenstärken haben, in Santa Lucia sind das 8 Kinder pro Gruppe mit zwei Erzieherinnen. Es ist gut und fürs Arbeiten einfacher, wenn man sich gegenseitig unterstützen kann. Aber es kommt somit wieder die Maskenpflicht für die Erwachsenen.

Wir haben immer mehr Kinder und immer neue Anfragen, die meisten unter 3 Jahre.

Viele Grüße, eure Lucia

 

 

Santa Lucia April 2022



Liebe Freunde,

im März ging das neue Schuljahr los, wir wollten mit 9 Gruppen starten, nun sind es 10. In dieser sind kleine Kinder von 2-3 Jahren. Viele Kinder hatten durch die Pandemie kaum Gelegenheit, viel Kontakt mit anderen Kindern zu haben, ihnen fehlt diese wichtige Zeit der sozialen Sozialisierung der ersten Jahre. Nun sehen wir Kinder, die eine fragliche Autismusdiagnose haben, denen allerdings noch die vollständige Diagnostik fehlt. Diese Kinder finden sich kaum in der Gruppe ein, möchte nicht bleiben, weinen, schreien, reden nicht. Es gibt bei einen noch keine eindeutige Diagnose, ob es sich wirklich um einen Autismus handelt oder um eine soziale Retardierung, die auch durch die Umstände der Pandemie verstärkt wurde. 

Derzeit sind es 51 Kinder und wir haben eine zusätzliche Erzieherin eingestellt. Wir bekommen glücklicherweise Unterstützung von den Psychologiestudenten, die bei uns ein Praktikum machen. 

Wir hatten im März auch einen richtigen Schreckmoment, der zudem Kosten verursacht hat. Die Tür vom Gruppenraum der ganz kleinen war zu und die Kinder ohne Erwachsenen drinnen. Die Erzieherin hatte kurz den Raum verlassen und die Tür geschlossen, sie dachte, sie könnte sie mit ihrem Schlüssel öffnen, was leider nicht ging. Wir haben über alle Wege versucht, in den Raum zu gelangen. Das Fenster hat leider ein Gitter davor, die Tür ließ sich nicht mit Gewalt öffnen. Auch ließen sich die Scharniere nicht kaputt machen, um die Tür auszuhängen.

Es wurde dann ein Bekannter angerufen, der wohl Erfahrung mit so etwa hat. Leider musste der auch erst einmal den Weg zu uns machen, es war so schrecklich für uns alle, ein Horror. Der angerufene Herr konnte die Tür zum Glück so bearbeiten und dann aushängen und allen Kindern ging es gut. Zum Glück, ich hatte noch nie solche Angst um Leben. Die Kinder alleine, das ist einfach ein untragbarer Zustand. Wir sind froh, dass es so gut ausgegangen ist. 

Wir habe neue Scharniere gekauft und alle Schlösser aus den Innenraumtüren entfernt. 

Die Pandemie ist derzeit hier stabil, die Öffnung der Schulen und Kitas hat die Situation nicht verschlechtert. Wir hoffen, dass wir so weiter machen können. Derzeit sind einige Kinder etwas erkältet, aber COVID negativ.

Das Essen für die Kinder und die Mitarbeiter bereiten wir wieder in der Einrichtung zu. Es gibt einige Mütter, die eigenes glutenfreies Essen für ihre Kinder mitbringen. Es hält sich, ich würde es ein Gerücht nennen, dass glutunfreies Essen einen Autismus verbessert. Wir kennen das schon aus den letzten Jahren und nach einiger Zeit sehen die Eltern, dass sich Autismus nicht mit dieser Diät behandelt lässt. Derzeit macht Señora Teresa weniger Essen, nach einiger Zeit essen dann in der Regel alle wieder normal. 

Viele Grüße aus Arequipa an alle, Lucia

 

 

Frühlingsrundbrief 2022



Den Früglingsrundbrief 2022 mit aktuellen Informationen aus SANTA LUCIA können Sie hier lesen:

http://arequipa-info.de/9.0.html

Hier finden Sie auch alle Rundbriefe der vergangenen Jahre

 

 

Lucia: 4.3.2022



Liebe Freunde von Santa Lucia

Das neue Schuljahr wurde am 1. März begonnen, wir sind sehr froh, dass wir wieder vor Ort in Präsenz starten durften. Die Infektionszahlen sinken etwas, dennoch ist es allen Einrichtungen leider verboten, Essen vor Ort zuzubereiten und anzubieten. Daher müssen die Kinder immer noch aus den Brotdosen versorgt werden, die die Eltern mitgeben. Wir hoffen sehr, dass wir ab April wieder ganz normal unser Frühstück und Mittagessen anbieten dürfen. 

Wir hoffen es geht Ihnen allen gut und Sie sind gesund. Vielen Dank für die Hilfe und Unterstützung, viele Grüße aus Arequipa, Bianca und Lucia

 

Lucia: 3.2.2022



Liebe Freunde von Santa Lucia,

Ende Januar war unser letzter Arbeitstag des Schuljahres 2021, nun beginnen die Februar-Ferien. Und wieder war dieses Jahr aufgrund der Coronapandemie anders als wir es uns gewünscht hätten.

Einige Monate konnten wir nur digital mit den Kindern arbeiten, einige Monate konnten wir nur in kleinen Gruppen vor Ort sein und zum Schluss waren wir wieder regulär geöffnet. Immer abhängig von der Situation und den Vorgaben in Arequipa. Wenn alle Kinder und Mitarbeiter in der Einrichtung sein können, macht das Arbeiten am meisten Spaß und wird den Bedürfnissen der Kinder und Familien auch erst wirklich gerecht.

Leider ist es für fünf unserer Kinder schwer, wieder in größeren Gruppen teilzunehmen. Sie sind an Herz oder Lunge vorerkrankt und ihre Eltern sind sehr in Sorge bei möglichen Infektionen. Mit ihnen konnten wir aber gute Strategien über die Distanz erarbeiten.

Zum Glück sind wir in dem ja immer noch ein bisschen neuen Haus in der Straße Thomas Alvarez, es hat viele Räume und Bäder und wir können in kleinen Gruppen von 3-4 Kindern mit jeweils einer Erzieherin in einem Raum arbeiten.

Wir sind froh, dass sich noch kein Kind in unseren Räumlichkeiten mit Corona infiziert hat und die Eltern sind sehr dankbar, dass wir die Förderung vor Ort möglich machen konnten. Andere Einrichtungen haben teilweise noch gar nicht wieder aufgemacht.

Zwei Erzieherinnen waren an Corona erkrankt und zum Glück rasch wieder genesen.

Im Januar 2022 hat Bianca in der Funktion als Direktorin begonnen, sie arbeitet sich gut ein, aber bis man sich gerade in Zeiten einer Pandemie in die Arbeit mit den Behörden und deren Vorgaben eingearbeitet hat, dauert es auch.

Dieses Jahr verlassen 9 unserer Kinder Santa Lucia um in die Schule zu gehen. Zwei unserer Erzieherinnen hören leider auch zum neuen Jahr auf, einmal aus gesundheitlichen Gründen, bei der anderen ist der Vater verstorben und hat viel Landwirtschaft hinterlassen, deren Bewirtschaftung erst einmal geklärt werden muss.

  Die Infektionszahlen steigen auch in Arequipa über die Omikronvariante. Insgesamt geht die Bevölkerung mit mehr Ruhe als vorher mit der Situation um, es gibt die Impfungen und die Menschen erkranken nicht mehr in den hohen Zahlen so schwer an Corona. Die Krankenhäuser sind allerdings voll mit infizierten Kindern, die pulmonale Probleme über die Erkrankungen haben und viele Eltern bitten dort um Coronatests für Ihre Kinder.

Wir hoffen es geht Ihnen allen gut und Sie sind gesund!

Viele Grüße aus Arequipa, Lucia

 

 

Änderungen in der Leitung von Santa Lucia



Liebe Freunde und Unterstützer von Santa Lucia,

wir beenden ein sehr arbeitsreiches Jahr, aber wir sind sehr glücklich, dass SANTA LUCIA Jahr um Jahr weiter besteht. Nun mit den Neuigkeiten des Wechsels der Direktion: dieses Dokument schreiben Lucia und Bianca gemeinsam. Wir möchten uns für das Engagement, die Unterstützung und die Spenden für SANTA LUCIA herzlich bedanken! Wir hoffen sehr, dass alle Weihnachten ein schönes Weihnachtsfest hatten und gesund sind, das Wichtigste überhaupt. 

Bianca und Lucia werden nun zunächst gemeinsam arbeiten, die Aufgabenverteilung haben wir wie in den unten stehenden Dokumenten festgelegt. Wir sind sicher, dass die Einrichtung von der neuen Teamarbeit profitiert und geteilte Entscheidungen besser für das Projekt und für die Mitarbeiter sind. 

Bianca: Ich bin sehr dankbar für das Vertrauen, welches Lucia, der perunanische Verein und Sie in Deutschland mir entgegen bringen. Über die neuen Aufgaben und die Arbeit als Team freue ich mich und werde alles dafür tun, SANTA LUCIA als Direktorin gut zu leiten.

Lucia: Ich danke allen für das Vertrauen, welches mir über all die Jahre entgegen gebracht wurde. Ich habe viel gelernt von Sieglinde, von der gemeinsamen Arbeit mit Deutschland, es ist wie ein Teil einer Familie für mich. Mit Bianca möchte ich SANTA LUCIA weiter entwickeln und den sozialen Aspekt immer wieder in den Vordergrund rücken.

Von ganzen Herzen wünschen wir allen ein gutes und gesundes Jahr 2022, möge Gott allen Gesundheit, Frieden und Freude geben. Wir hoffen, dass sich all Ihre Träume erfüllen und dass das kommende Jahr glücklich wird. 

Ihre Bianca und Lucia im Namen auch aller Mitarbeiter von SANTA LUCIA



 

Aufgaben der Direktorin:

 

1.      Leitung der Bildungseinrichtung gemäß des Art. 68° des allgemeinen Bildungsgesetzes Nr 28044.

2.      Offizielle Repräsentation der Bildungseinrichtung vor Behörden.

3.      Ausfertigung, Koordination, Bewertung, Evaluation und Herausgabe von Dokumenten der Planung und der Organisation (PEI PAT, PCI, RI und C.E.) in aktiver Absprache mit den Erzieherinnen, den interdisziplinären therapeutischen Teams und dem restlichen Personal der Einrichtung

4.      Durchsetzung der gemeinsam erarbeiteten Vorgaben und der guten Behandlung der Kinder innerhalb und außerhalb der Einrichtung

5.      Leitung von Mitarbeiter- und Elternversammlungen in der Einrichtung

6.      Festlegung und Überwachung des jährlichen Budgets der Einrichtung, gemeinsam mit dem Verein

7.      Organisation der neuen Aufnahmen und Gruppenwechsel der Kinder, gemeinsam mit den interdisziplinären Teams

8.      Einteilung des Personals in die jeweiligen Arbeitsbereiche

9.      Auswahl und Einstellung des Lehr- sowie therapeutischen Personals

10.  Ausbildungsförderung und dauerhafte Weiterbildung in Einbeziehung der Mitarbeiter der Einrichtung

11.  Ausstattung der Einrichtung und des Personals mit hochwertigen und langlebigen Materialen

12.  Führung und Supervision der Arbeit der Erzieherinnen und Therapeuten

13.  Stetige Kommunikation und Koordination mit dem deutschen Verein

14.  Erstellen von Informationsmaterial am Beginn und am Ende des Jahres und auf Anfrage des deutschen Vereins

15.  Monatliche Aufstellung der Abrechnung und Übermittlung an den deutschen Verein

16.  Festlegung der Unkostenbeiträge der einzelnen Familien in Zusammenarbeit mit der Sozialarbeiterin

 

 

Aufgaben der Sozialarbeiterin:

 

1.      Bildungsarbeit mit den Familien

2.      Förderung zu jeder Zeit des sozialen Charakters der Einrichtung

3.      Teilnahme mit den Erzieherinnen und Therapeutinnen an der Ausarbeitung der Förderpläne

4.      Organisation von Tätigkeiten mit den Erzieherinnen und Therapeutinnen, die eine umfassende Betreuung der Kinder ermöglichen

5.      Angebote von Schulungsworkshops zur Verbesserung des Lernklimas und zu Arbeitsstrategien mit Familien zur Förderung des Lernens und Entwicklung von sozio-emotionalen Fähigkeiten

6.      Treffen und Gespräche mit den Familien zur Klärung, welche Hilfen für das einzelne Familienwohl am besten sind

7.      Ausarbeiten von Familiengeschichten für Paten in Deutschland

8.      Förderung eines guten Gesundheitsstatus jedes Kindes, Anforderung von Hilfen und Zusammenarbeit mit medizinischen Zentren, Krankenhäusern und Ärzten

9.      Hilfe für die Familien bei der Beantragung wichtiger Dokumente für ihr Kind, zB des Behindertenausweises

10.  Verwaltung und Beschaffung von Finanzmitteln oder Unterstützung für die Institution

11.  Einschreiten bei häuslicher Gewalt in den Familien und Aufarbeitung und Unterstützung im Anschluss

12.  Unterstützung der Direktorin

13.  In Zusammenarbeit der Direktorin Instandhaltung von Immobilien und Einrichtungen

14.  Koordination des Verkaufes des Hauses in der Cahuide

 

 

Bianca Chumbes Loayza,                                           Lucia Vega Vilca,

Direktorin                                                                  Sozialarbeiterin

 

 

Lucia: 15.12.2021



Hallo,

 

Derzeit arbeiten wir mit allen Kindern vor Ort und bieten auch wieder Therapien für externe Kinder an. Das bringt uns wieder ein wenig Geld ein. 

Wir dürfen leider noch kein Essen an die Kinder ausgeben, daher bringen die Eltern Brotdosen mit und die Kinder bleiben bis 14 Uhr.

Wir hatten diesen Monat die Begehung / Supervision des Bildungsministeriums. Darum ging es nicht um Distanz oder Präsenz. Es war die reguläre Kontrolle bzgl. der baulichen Gegebenheiten und den Vorschriften für Bildungseinrichtungen. 

Das alles ist ja schon immer und aktuell noch mehr sehr undurchsichtig. Die Vorschriften ändern sich durch die Pandemie und nun soll es laut dem Ministerium immer so bleiben. 

Viele Regeln sind nur auf dem Papier, es hat keiner überlegt ob diese im Bildungssektor auch umsetzbar sind. 

Die Infektionszahlen steigen in Peru leicht an, in Arequipa ist es noch entspannt. 

Die Situation in Peru ist allgemein sehr instabil. Unser neuer Präsident sagt mal Sachen, die Investoren motivieren und der Dollar fällt. Dann will er mehr verstaatlichen und der Dollar steigt. Es ist alles unsicher und immer ein hin und her. Und ich frage mich, wie man ernsthaft diesen Präsidenten wählen konnte. Er ist ursprünglich Lehrer, wusstet ihr das? Er weiss nix über das regieren, es wird komplett aus dem Hintergrund von anderen gesteuert. 

 

 

Ganz viele Grüße an alle,

Lucia

 

 

 

Weihnachtsrundbrief 2021



Den Weihnachtsrundbrief 2021 mit aktuellen Informationen aus SANTA LUCIA können Sie hier lesen:

http://arequipa-info.de/9.0.html

Hier finden Sie auch alle Rundbriefe der vergangenen Jahre

 

Lucia: 25.09.2021



Liebe Hanna, liebe Frieda,

es macht mich sehr traurig, Karl-Ludwigs Namen nicht mehr in der Anrede nennen zu können. Wir denken sehr viel an euch.

Derzeit sind wir weiter im halben Präsenzunterricht und warten täglich auf die volle Öffnung durch das Bildungsministerium. Leider weiss keiner, wann wir wieder in den regulären Betrieb mit allen Kindern zurück kehren können.

Die Corona-Infektionszahlen und die Mortalität fällt langsam, es gibt freie Betten in den Krankenhäusern. Die meisten aktuell Infizierten sind junge Menschen. Geimpft wird mit Sinopharm und Pfizer, es tut gut zu sehen, dass sich immer mehr Menschen impfen lassen können.

Aus der Ferne sende ich liebe Grüße vor allem an Gisela und ihre Kinder, in Gedanken sind wir bei euch.

Eure Lucia

 

Trauer um Karl-Ludwig Tondera



Wir trauern um unseren Schatzmeister Karl-Ludwig Tondera, der am 27.8.2021 nach schwerer Krankheit gestorben ist.
Karl-Ludwig war zusammen mit seiner Frau Gisela eines der Gründungsmitglieder unseres Vereins im Jahr 1993 und seit 2013 als Schatzmeister verantwortlich für die Finanzen. Und obwohl er als ökologisch bewusster Mensch kein Freund von Fernreisen war, flog er zusammen mit Gisela nach Arequipa, um sich selbst ein Bild von der Arbeit in Santa Lucia zu machen.
Aber nicht nur wir hier in Deutschland trauern, auch in Arequipa wird um ihn getrauert, wie Lucia schreibt:

Lieber Karl-Ludwig,
wir haben von deinem Tod erfahren – und unsere Herzen füllen sich mit Trauer.
Viele Jahren haben wir gemeinsam für Santa Lucia gearbeitet, du als Mitglied des deutschen Vereins und als Schatzmeister. Aber es fühlt sich an als wär es mehr als nur eine gemeinsame Arbeit. Es fühlt sich an wie eine große Familie.
Dich als Person zu kennen hat mir meine Arbeit sehr erleichtert. Vielen Menschen fehlst du hier, viele sind sehr traurig. Für deine Großzügigkeit und dein Engagement sagen wir im Namen unserer Kinder, Familien und Mitarbeiter DANKE. Möge Gott dich in seine Arme schließen und bei sich ruhen lassen.
Wie gern würden wir dich umarmen liebe Gisela. Doch uns bleibt nur der Gruß aus der Ferne.
Wir sind in Gedanken bei Karl-Ludwig und trauen mit Gisela und Hanna, Lena und Paul und den Enkelkindern.
Lucía.

 

Lucia zu Corona: 30.09.2021



Liebe Freunde und Unterstützer von SANTA LUCIA,

Wir hoffen, dass Sie und ihr und Ihre und eure Familien gesund sind und es allen in Deutschland gut geht!

In Peru sind es immer noch sehr schwere Zeiten, durch die Coronapandemie ist es uns in Arequipa noch immer nicht erlaubt, die Kinder vollständig vor Ort zu betreuen. Somit haben wir über die Monate ein Konzept zwischen Einzelunterricht/Betreuung, Therapie und Distanzlernen entwickelt. Es gibt 6 Gruppen mit je 8 Kindern, die 3x pro Woche im Wechsel von 8-11 Uhr oder 11-14 Uhr in die Einrichtung kommen. In dieser Zeit erhalten die Kinder neben der Physio- und Logopädie auch pädagogische und psychische Förderung. An den Tagen ohne Anwesenheit in der Einrichtung erstellen die Erzieher Videos und Anleitungen zur Förderung, die zuhause durchgeführt werden können. Mit dieser Regelung kommen alle gut zurecht. Die Eltern sind erleichtert, dass ihre Kinder keine Fährigkeiten mehr verlieren und wieder feste Betreuungszeiten haben, auch wenn diese noch nicht in dem Ausmaß sind, wie es früher war. Unsere Mitarbeiter können in den Videos individueller auf Dinge eingehen, die zB noch geübt werden können als Ergänzung zur Förderung in Santa Lucia. Und wir respektieren die Coronaregeln des Staates, die Kontrollen sind sehr streng, wir haben immer Sorge, dass uns nachgesagt wird, wir würden Hygieneregeln verletzen.

Die Infektionszahlen in Arequipa fallen aktuell und somit auch die Einschränkungen, man darf derzeit bis 24 Uhr auf der Straße sein, auch das Auto am Sonntag nutzen, einige Spielmöglichkeiten für Kinder öffnen wieder, die Restaurants sind voller. Es gibt aktuell unter 100 neu Erkrankte in Arequipa und freie Krankenhausbetten, aber das Gesundheitsamt warnt eindringlich vor der dritten Welle mit der Delta-Variante. Wir hoffen natürlich alle, dass diese ausbleibt durch die fortschreitenden Impfungen. Die Impfkampagne ist leider sehr langsam, diese Woche sind die Erstimpfungen der 35-37-jährigen dran und damit 24% der Bevölkerung geimpft. Leider gibt es immer Leute, die sich nicht impfen lassen möchten. In SANTA LUCIA sind nur noch 3 Mitarbeiter ungeimpft, einer war an Bronchitis erkrankt und muss erst wieder gesund werden und zwei sind mit 30 und 29 Jahren noch nicht an der Reihe.

Peru hat eine neue Regierung und alle sind in Sorge, dass diese den Einkauf der Impfungen nicht ausreichend fortführt. Nach dem Regierungswechsel sind leider die Preise für grundlegende Dinge und Lebensmittel gestiegen. Investoren sehen die neue Regierung kritisch und das führt zu einer Ressourcenknappheit. Am Brotpreis, das Lebensmittel der armen Bevölkerung kann man das gut sehen. Vorher kosteten 6 Brote 1 Sol, aktuell bekommt man nur noch 4 Brote für 1 Sol. Aber auch bei Gemüse, Obst, Kartoffeln und Hähnchen hat sich der Preis fast verdoppelt. Wir hoffen, dass sich auch dies bald reguliert, gerade nach den finanziellen Einbußen der Coronapandemie ist es vor allem für arme Familien bald umöglich, ausreichend Lebensmittel zu kaufen.

Wir danken Ihnen und euch für das Engagement und Interesse an SANTA LUCIA, im Namen der Familien, Kinder und Mitarbeiter sende ich viele herzliche Grüße aus Arequipa!

Lucia Vega

 

Info-Treff mit Jahreshauptversammlung in Kassel



Im letzten Jahr konnte aufgrund der Pandemie leider das traditionelle Info-Treffen in Kassel nicht stattfinden. Und auch die Jahreshauptversammlung unseres Fördervereins konnte nicht in Präsenz durchgeführt werden. Dieses Jahr hoffen wir, dass wieder ein Treffen mit der Jahreshauptversammlung möglich ist!

Geplant ist das Treffen am

Samstag, dem 2. Oktober 2021

zwischen 12.00 und 18.00 Uhr in der 

 

Kirche im Hof

Friedrich-Ebert-Starße 102

34119 Kassel

 

Beginnen wollen wir mit einem einfachen Mittagessen, zu dem wir sie alle herzlich einladen. Die Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahlen soll dann um 14.00 Uhr beginnen.

Bitte merken Sie sich den Termin schon einmal vor. Wir senden Ihnen aber noch einmal eine Einladung zu, wenn wir sicher sind, dass die Veranstaltung wegen der Corona-Lage auch tatsächlich in der geplanten Form stattfinden kann.

 

Lucia zu Corona: 14.08.2021



Liebe Freunde von Santa Lucia,

Ich hoffe, es geht Ihnen allen gut. 

Die Infektionszahlen in Arequipa sinken so langsam, sodass wir wieder mit halber Präsenz mit den Kindern arbeiten. Das Gesundheitsministerium erlaubt noch keine vollständige Öffnung von Schulen und Einrichtungen, aber über die Therapien können wir den Kindern eine Förderung vor Ort anbieten. Richtig mit anderen Kindern in der Gruppe spielen, was ja auch wichtig ist in der Frühförderung, können wir leider noch nicht. Die Eltern sind dennoch glücklich, dass die Kinder nicht vollständig im Distanzunterricht sitzen. 

 

Die Schulspeisung in Ayo läuft ganz normal, auch dort sind die Infektionszahlen gefallen. Es ist dennoch sehr traurig, da vier Menschen im Dorf an Corona verstorben sind, das ist sehr viel für solch einen kleinen Ort. Es gibt leider überhaupt kein medizinisches Personal dort. Früher gab es einen Sanitäter, irgendwie ist er verschwunden und keiner weiss wohin. Es kümmert sich nun keiner um die Gesundheit der Bewohner von Ayo, alle versuchen sich mit Hausmitteln zu helfen, aber wir wissen alle, dass dies bei Corona nicht ausreicht. Wenn es jemand sehr schlecht geht, kann er zur nächsten Gesundheitsstation gebracht werden und ggf. auch ins Krankenhaus nach Arequipa. 

 

Unser Personal in Santa Lucia ist nun zu 50% gegen Corona geimpft, bei den Eltern sind es allerdings bislang nur 20%. Allerdings hoffe ich, dass die Zahlen etwas veraltet sind. Gerade gestern gab es eine große Aktion zur Impfung der 40-45-Jährigen. Ich bin gespannt, ob die Prozente bald weiter nach oben gehen. 

 

Viele vielen Dank für alle Ihre Unterstützung!

Viele liebe Grüße, Lucia

 

Aktion für Alexis, ein Kind aus Santa Lucia



 

Vielen Dank für die Aktion der Schüler und Lehrer aus Herbolzheim zur Unterstützung von Santa Lucia.

 

Liebe Frau Flögel,
am letzten Freitag waren wir auf dem Wochenmarkt in Herbolzheim. Im Technik Unterricht hat mein Kollege Schemel mit seinen Schülern hergestellt. Für jeden verkauften Schemel gab es zwei Euro für Alexis.
Der Erlös beim Verkauf unserer fair gehandelten Produkte geht auch an Alexis.
Wir freuen uns, dass wieder Aktivitäten möglich sind und wir Alexis wieder unterstützen können.
Das erwirtschaftete Geld werde ich in den nächsten Tagen an Sie weiterleiten.
Herzliche Grüße
Anne Kühner-Oesterle

 

Lucia zu Corona: 10.07.2021



Liebe Freunde von Santa Lucia,

leider mussten wir nun im Monat Juni wieder zum Distanzunterricht zurückkehren. Erneut kommunizieren wir mit den Eltern über Telefongespräche und WhatsApp-Nachrichten, um Lernanleitungen und die vorbereiteten Videos jeder Erzieherin zu versenden. Der Inhalt der jeweiligen Lerninhalte ist abhängig von den notwendigen Lernzielen jedes einzelnen Kindes und wird für jedes individuell gestaltet. 

Der Rückschritt auf das erneute Distanzlernen war zum Teil etwas schwierig den Eltern gegenüber zu kommunizieren. Die Mehrheit der Eltern kümmern sich nicht so stark um die derzeitige Coronasituation. Ihre Sorgen liegen vielmehr auf den Fortschritten für ihre Kinder. Einige waren auch sehr fordernd während dieser Zeit und haben mir mitgeteilt, dass sie ihre Kinder von Santa Lucía nehmen werden, da für sie das Distanzlernen nur schwer umsetzbar ist. Zwei Elternteile konnte ich dann tatsächlich nicht überzeugen. Diese meinten ihre Kinder nun erst einmal aus de Einrichtung zu nehmen, aber möchten zurückkehren, wenn wieder Präsenzunterricht stattfindet. Dies ist natürlich nicht sehr positiv, da sich nach meiner Ansicht auch die Eltern in dieser schwierigen Situation bemühen und nicht alles in die Hände von Santa Lucía legen können. Aber mehr als das Gesagte zu akzeptieren kann ich nun auch nicht. Trotz der Tatsache, dass es das Recht der Kinder auf Bildung gibt, wird es dennoch nicht von allen erfüllt. Die vorangegangene Zeit war deshalb sehr schwierig und anstrengend, aber glücklicherweise ist es nun etwas ruhiger. 

Ein weiterer Sorgenpunkt trat ein, als sich die Erzieherin Francis mit Corona infiziert hat. Sie hatte keine starken Symptome, eigentlich nur eine Erkältung. Sie ist dann selbstverständlich zu Hause geblieben. Problematisch war, dass sie zuvor Kontakt zu drei unserer Kinder hatte. Da haben wir uns natürlich große Sorgen gemacht. Nach zwei Wochen kam dann aber die Entwarnung, dass sich keines der Kinder und ihrer Familien angesteckt hatte. 

In Arequipa sind die Ansteckungszahlen weiterhin sehr groß, nun auch hauptsächlich mit der Delta-Variante. Die Impfungen schreiten aber auch weiter voran. Wir hoffen, dass die Infektionszahlen schnell wieder fallen. Weiterhin bestehen Mobilitätsbeschränkungen. Einige Leute beachten diese aber gar nicht. Die Polizei ist es leid, dafür zu sorgen, dass die Menschen die Häuser nicht verlassen und beispielsweise feiern gehe. Die Wirtschaft ist am Boden da viele Geschäfte aufgrund der Coronasituation schließen mussten. Aktuell gehen wir nur in ein Geschäft, da der andere Laden schließen musste, da der Inhaber selber Corona hatte. Aufgrund der Restriktionen verkaufen die Geschäfte auch nicht viel.

Wir hatten auch ein Treffen auf Distanz beim Personal. Es konnten nicht alle teilnehmen. Dr. Talavera hatte auch das Coronavirus, ihm geht es inzwischen etwas besser. Er war im Krankenhaus UCI. Sein Sohn Eduardo hatte mich darüber informiert. Auch Juan konnte nicht teilnehmen, da er derzeit für die Regierung arbeitet und seine Zeiten ansonsten sehr eingeschränkt sind. Deshalb waren wir zu viert: Olga, Silvia, Rosa und ich. Wir waren uns einig, dass es aufgrund des großen Risikos am besten ist, wieder auf Distanz zu unterrichten. Bald müssen wir eine weitere Sitzung abhalten, da für den November ein neuer Vorstand gewählt werden muss. 

In Ayo funktioniert die Schulspeisung weiterhin sehr gut mit den vielen Kindern, die nun im Dorf bleiben aufgrund der Situation. Aktuell gibt es im Dorf aber auch viele Neuinfektionen. Viele Infizierte müssen ins Krankenhaus. Dazu müssen sie mit dem Krankenwagen oder einem Lieferwagen in die Region nach Aplao gefahren werden, was eine Fahrtzeit von ca. 7 Stunden bedeutet. Derzeit besteht eine Ausgangssperre, was von der Polizei kontrolliert wird. Ansonsten wurde Gemüse und weitere Lebensmittel an die Familien verteilt, welche in den Häusern bleiben müssen, damit diese Essen für ihre Kinder zubereiten können. Wenn sich die Situation dann wieder verbessert, wird das Essen dann wieder allein im Speisesaal zubereitet. 

Ich hoffe, dass es euch und euren Familien gut geht. 

Viele Grüße und lieben Dank für eure Hilfe. 

Lucía 

 

Lucia zu Corona: 21.06.2021



Liebe Freunde, 

es gibt leider einen Nachtrag zu meiner kürzlich verfassten Email. Die Situation ist sehr besorgniserregend. Aufgrund der hohen Infektionszahlen kann keiner die Region Arequipa verlassen oder von außen hinein. Alles ist abgeriegelt. 

Wir haben uns heute erneut mit allen Mitarbeitern besprochen: erstmal können wir nur noch diese Woche die Therapien vor Ort anbieten. 

Morgen werden wir diese Information an die Familien weiter geben. Sie werden sehr enttäuscht sein, das wissen wir. Sie sehen, wie viel ihre Kinder im Distanzunterricht an Fähigkeiten verlieren. Die Arbeit mit Kindern mit Behinderungen lässt sich nicht vor dem PC realisieren. Für die Familien ist der geistige und körperliche Fortschritt wichtiger, als die Angst vor einer Coronainfektion.

Aber wir müssen nicht nur die Mitarbeiter, sondern gerade auch diese Familien und vorerkrankten Kinder schützen. Auch wenn wir uns streng an die Hygienevorschriften halten, derzeit besteht ein hohes Risiko, sich im direkten Kontakt anzustecken.

Es sterben derzeit so viele Menschen hier an dem Virus. In jeder Familie gibt es Fälle. Gerade ist meine Tante, die Schwester meines Vaters an Corona gestorben. Wir hatten einen sehr guten Kontakt.

Immerhin gibt es auch eine ganz gute Nachricht: in der Impfkampagne werden nun die über 50jährigen geimpft. Aus SANTA LUCIA wurden heute Carmen und Hermelinda geimpft. Morgen bin ich an der Reihe, übermorgen Marivel und Asunción. Der Impftermin wird über die Erfassung des Einwohnermeldeamtes festgelegt, also im Prinzip über die Nummer im Personalausweis. 

Traurige Grüße aus Arequipa, Lucia

 

Lucia zu Corona: 16.06.2021



Liebe Freunde von Santa Lucia,

ich hoffe, euch und euren Familien geht es gut.

Bedauerlicherweise ist die Situation derzeit in Arequipa nicht gut. Derzeit sind wir die Stadt in Peru mit einer 85-prozentigen Ansteckungsrate im Vergleich zum nationalen Level. Derzeit grassiert überwiegend die Delta-Variante, welche sehr ansteckend und noch tödlicher ist.

 

Vor Kurzem waren die Wahlen. In Arequipa fand die Debatte der Kandidaten statt, weshalb viele Menschen zu den Demonstrationen vor Ort gingen, um den jeweiligen Präsidentschaftskandidaten zu unterstützen. Die coronabedingten Auswirkungen dieser Zusammenkünfte wurden nicht gemessen. Viele Menschen sterben allerdings, etwa 40 bis 45 Personen täglich in Arequipa. Darüber hinaus gibt es über tausend Ansteckungen täglich. Angesichts dieser Situation bin ich sehr besorgt über mögliche Ansteckungen in Santa Lucía. Es fand ein persönliches Treffen mit dem Personal mit ausreichendem Abstand statt, um zu entscheiden, was nun zu tun ist. Wir haben uns allerdings dazu entschlossen, weiterhin teilweise persönlich mit den Kindern zu arbeiten, weil wir dort sehen, welche Fortschritte sie gemacht haben. Und wir wissen natürlich auch, dass diese Kinder die einmal gemachten Fortschritte wieder verlieren, wenn sie erneut für längere Zeit zu Hause bleiben. 

 

Danach habe ich mit den Eltern aus jeder Klasse gesprochen und ihnen auch den Vorschlag mit weiterem Distanzlernen unterbreitet und auf die Sicherheitsgefahren hingewiesen. Keiner der Eltern möchte einen Unterricht auf Distanz wahrnehmen, da sie der Institution sehr dankbar sind, dass ihre Kinder durch die Therapien die einzige Möglichkeit erhalten, nicht in ihrer Entwicklung zurückzubleiben. Die Eltern haben sich erneut verpflichtet, gut auf ihre Kinder und sich selbst aufzupassen, um eine Ansteckung zu vermeiden. Ansonsten setzen wir nun den teilweisen Präsenz mit Unterricht fort, bis sich die Situation wieder verbessert hat.

Zu der jetzigen Jahreszeit ist es sehr kalt. Einige Kinder kommen deshalb nicht, da sie erkältet sind. Wir sind nun sehr streng, dass keine Kinder mit Erkältungssymptomen kommen dürfen. Inzwischen sind die Eltern aber sehr sensibilisiert für dieses Thema und bringen deshalb ihr Kind auch gar nicht mehr, wenn es Symptome zeigt. Dann rufen sie an und teilen mit, dass das Kind erkältet ist.

Bei dem Treffen mit den Eltern wurde mir häufig berichtet, dass die Eltern viele Probleme mit ihren Kindern während des Distanzunterrichts und den virtuellen Klassen haben. Durch die Computer- oder Handybildschirme sind viele Kinder stark abgelenkt von den eigentlichen Übungen. Insbesondere die Kinder im Alter von drei, vier und fünf Jahren. Man muss sich nur einmal selbst vorstellen, wie man ein drei-jähriges Kind dazu bringen kann, der Klasse zu folgen und über den Bildschirm zu lernen. Und dann auch noch die Hausaufgaben. Schrecklich und auch schrecklich für die die Eltern, da diese sehr gestresst sind und die Kinder nur anschreien. In den Familien läuft es sehr chaotisch ab. Deshalb denken wir, dass eine Arbeit mit teilweiser Präsenz eine größere Hilfe für die Eltern und natürlich auch für die Kinder ist. 

Das Wichtigste ist sowieso, dass wir mit viel Enthusiasmus für die Kinder weiterarbeiten.

 

Eigentlich hat das mit den Impfstoffen zunächst gut funktioniert, aber durch den politischen Umbruch wurde dies auch unterbrochen. Aufgrund der derzeitigen Situation in Arequipa sollten wir priorisiert geimpft werden, aber das wissen wir auch nicht mit Sicherheit. Unsere Behörden und die Administration funktionieren einfach nicht. 

Es ist eine sehr schwierige Situation mit viel Drama. Wir müssen so gut wie es geht weitermachen.

 

Die politische Situation in Peru ist weiterhin sehr kompliziert. Die Preise vieler Grundprodukte – wie Benzin, Brot, Hühnchen, Obst und Gemüse – sind gestiegen. Der Kandidat der Linken hat die Investoren verschreckt und es entsteht dadurch eine Kapitalflucht. Der Dollar ist gestiegen, was in der Folge auch die Preise steigen lässt. Er sagt auch, dass Importe beendet werden sollen, weshalb immer mehr Spekulationen entstehen und es zu den Wertsteigerungen kommt, da die Produktkapazitäten in Peru nicht ausreichen. Es wird immer nötig sein, bestimmte Güter und Produkte in das Land zu importieren. 

 

Diesen Monat haben wir die Sozialabgaben für die Mitarbeiterinnen bezahlt und haben auch das Geld für die Schulspeisung in Ayo für die Monate Januar bis May gezahlt. Manuela hat die Lebensmittel in großen Mengen eingekauft, um alles zusammen zu versenden, da es aufgrund der derzeitigen Einschränkungen nicht viele Transportservice gibt. Die Speisung in Ayo funktioniert mit der Distanz dennoch gut, allerdings finden auch dort die Klassen rein virtuell statt. Dies ist einfach nur verrückt, da es in Ayo kein Internet gibt. Die die welches haben sind von der Gemeinde und der Empfang ist sehr schwach und damit auch das Internet. Die staatlichen Lehrer kümmern sich allerdings nicht darum. In vielen Ortschaften wie Ayo findet derzeit für SchülerInnen kein Unterricht mangels Internet statt, obwohl sie in so abgelegenen Regionen leben, wo es derzeit kein Coronavirus gibt. Die Lehrer möchten nicht zum Unterricht gehen und kümmern sich gar nicht um die SchülerInnen. Sie haben ihren Arbeitsplatz sicher und niemand wird sie von ihren Ämtern entheben, da sie von der Regierung ernannt wurden.

Insgesamt hoffen wir einfach, dass sich die Situation verbessert.

 

Vielen Dank an alle die heute – mehr denn je – die Hilfe ermöglichen, die den Familien von Santa Lucía und ihren Kindern Teil wird. Auch danke ich dem Personal vor Ort, die trotz der Situation zur Arbeit kommen, da wir wissen, dass die Arbeit vor Ort so wichtig ist. Zwar haben wir Angst vor einer Ansteckung, aber wir wissen, dass wir sehr auf uns selbst aufpassen müssen.

 

Wir senden herzliche Grüße aus Arequipa und hoffen, bald bessere Nachrichten schreiben zu können.

Lucia Vega

 

Lucia zu Corona: 31.05.2021



Hallo,

wir haben uns entschlossen, im kommenden Monat weiterhin die Therapien als Präsenzeinheit anzubieten. Die Antwort der Mitarbeiter war eindeutig: die Kinder verlieren im Distanzunterricht zu viel, sie profitieren nur, wenn mit ihnen vor Ort gearbeitet wird.

Die Infektionszahlen steigen leider weiter an, es gibt jeden Tag COVID-Tote, man sagt es sei die Variante C37, noch ansteckender und tödlicher. Dennoch bleiben wir erstmal dabei, nicht wieder ganz zu schließen. Die Eltern sind sehr gewissenhaft, die bringen und holen die Kinder pünktlich, die Übergänge zwischen den Therapeuten klappen wirklich gut. 

Aber natürlich kommt immer die Frage der Eltern: wann öffnet SANTA LUCIA wieder jeden Tag mit den ganz normalen Betreuungszeiten?

Wir möchten dies von ganzem Herzen, dennoch erlauben uns die Einschränkungen in der Pandemie nur die Therapien. Wir sind froh, wenn wir zusätzlich im Rahmen der Therapie noch etwas pädagogisch mit einem Kind erarbeiten können, aber im Gruppenraum zusammen auch mit anderen Kindern spielen, dass ist leider noch nicht absehbar.

Aktuell haben wir eher kühle Temperaturen, eine Zeit, in der viele Kinder oft erkältet und krank sind. Aufgrund der Hygienemaßnahmen kommt es aktuell aber kaum zu anderen Infektionskrankheiten, 

die Kinder stecken sich ja in der Gruppe auch nicht an. 

Die Impfkampagne läuft sehr schleppend hier, es kommen immer noch wenige Dosen ins Land und diese müssen gut gekühlt werden, darauf ist hier auch kaum jemand vorbereitet. Es fehlt vor allem an Gefrierschränken, die auch eine Kühlung sicher gewährleisten. Es ist ein Chaos. 

Reiche Leute fliegen in die USA, um sich und ihre Familie impfen zu lassen. 

Es gibt viele Menschen, die großen Respekt und Angst vor dem Virus haben und sich gut schützen. Aber anderen ist es egal, es gibt Feiern und Zusammentreffen mit Alkohol und ohne Abstände. 

Die Krankenhäuser haben die Kapazitäten wieder erhöht, aber sie sind immer voll. Ärztliches und Pflegepersonal kommen aus Lima in Arequipa, es fehlen vor allem Intensivmediziner. Dieser Fachbereich wird generell wenig ausgebildet und nun sind auch einige an Corona verstorben. 

Wir senden euch viele Grüße aus Arequipa in der Hoffnung, bald wieder buntere Bilder von fröhlichen Kindern schicken zu können!

Eure Lucia

 

 

Lucia zu Corona: 24.05.2021



Hallo liebe Freunde,

Arequipa wird von der 2. Infektionswelle erfasst, schlimmer und tödlicher als die zuvor. Es gibt unfassbar viele Infizierte und viele Tote, jeden Tag um 45 Menschen in dieser Stadt. Die Krankenhäuser sind überfüllt und es fehlt erneut an Sauerstoff.

Drei unserer Familien haben ihre Kinder wieder aus den Therapien vor Ort herausgenommen, aus Angst vor Ansteckungen. Kommende Woche haben wir eine Teamsitzung, in der wir uns entscheiden müssen, ob wir weiterhin Therapien vor Ort anbieten in dieser Situation. Einige Mitarbeiter sind absolut für die Arbeit vor Ort mit den Kindern, da sonst viele Kinder ihre erlernten Fähigkeiten so schnell verlieren. Andere Mitarbeiter haben Angst vor einer Ansteckung und sorgen sich natürlich auch um die eigenen Familien.

In meiner Familie haben nun zwei Leute die erste Dosis der Coronaimpfung mit dem Impfstoff Sinopharm erhalten. Meine über 70-jährige Mutter und meine Tochter, die nach der zweiten Dosis dann ihr praktisches Jahr im Krankenhaus beginnen kann, bevor sie ihr Examen als Ärztin macht.

Die politische Situation ist zudem sehr angespannt, es steht Anfang Juni die Präsidentschaftswahl an. Aus der ersten Abstimmung sind noch zwei Kandidaten für die Stichwahl geblieben, die beide viele negative Seiten haben.

Einmal der marxistisch-leninistische Pedro Castillo (für Perú Libre), der überraschend vorne liegt. Er hat angeblich Verbindungen zu Terroristen und vertritt den kommunistische Ansichten. Mit Blick auf Venezuela steigt in uns die Angst auf, dass das Land noch weiter an Stabilität verliert.  

Neben Castillo steht Keiko Fujimori, die Tochter des ehemaligen autokratischen Präsidenten Perus Alberto Fujimori zur Wahl. Ihr wird nachgesagt, dass sie noch den gleichen korrupten Kreisen anhängt wie ihr Vater. Ob das so ist, kann man natürlich nicht sagen. Aber sie tritt immerhin angeblich für Kapitalismus und Demokratie ein.

Es ist wirklich beängstigend, diese Pandemie und mittendrin ein Präsidentschaftskampf, der keinerlei wirkliche Hoffnung aufkommen lässt.

Ich schicke euch ein Foto, wie wir den Wechsel mit den Kindern zwischen den einzelnen Therapeuten gestalten, damit wir bestmöglich die Hygienebestimmungen einhalten.

Ich schicke euch viele Grüße aus der Ferne, bleibt alle gesund!

Eure Lucia

 

 

 

Frühjahrsrundbrief 2021



Den Frühjahrsrundbrief mit aktuellen Informationen aus SANTA LUCIA können Sie hier lesen:

http://arequipa-info.de/9.0.html

Hier finden Sie auch alle Rundbriefe der vergangenen Jahre

 

Lucia zu Corona: 10.4.2021



Liebe Freunde von Santa Lucia,

ich hoffe, es geht Ihnen allen gut. 

 

Im März hat das neue Schuljahr begonnen und in der Pandemie ist das leider ja nicht so, wie wir uns das vorstellen. Derzeit ist der Präsenzunterricht in Peru verboten, aber auf Bitten der Eltern haben wir dennoch im März 4 Wochen mit den Kindern vor Ort gearbeitet. Wir haben zum Glück viele Räume und mit 4 Kindern pro Raum waren auch die Abstandsregeln gut möglich. Nun hat uns das leider das Bildungsministerium in Arequipa verboten, wenn wir weiterhin öffnen, müssten wir die Einrichtung ganz schließen. 

 

Es ist sehr frustrierend für die Familien, aber auch für uns als Team. Der Distanzunterricht ist nachweislich schwierig für Kinder mit Behinderungen. Die Eltern müssen arbeiten und haben weder Zeit noch das Wissen, ihre Kinder ausführlich anzuleiten und die Übungen anzuleiten. Aber die Kinder brauchen die Förderung durch ausgebildetes Personal, Therapien vor Ort und nicht am PC. 

Aktuell können wir nur Einzeltherapien für jedes Kind anbieten, bei denen pädagogische Arbeit inkludiert wird. 2-3x die Wochen kommen die Kinder und rotieren einzeln zu den Therapeuten und Pädagogen in verschiedene Räume. Bei Ankunft trägt das Kind seine Maske und wir desinfizieren die Hände. Alle Mitarbeiter tragen Maske und Gesichtsvisier, alle Tische, Stühle und Materialien werden nach jedem Wechsel desinfiziert. Die anderen zwei bzw. drei Tagen erhält das Kind wieder Distanzunterricht, welcher dann aber auf der Arbeit vor Ort aufbaut. 

Es ist tatsächlich sehr viel Stress, aber eine rein digitale Arbeit mit unseren Kindern ist nicht ausreichend. Wir dürfen Einzelunterricht anbieten und haben das Einverständnis der Eltern. Die Kinder kommen freudig, sie möchten gar nicht nach Hause, denn die Tage in Santa Lucia ist eine große Abwechslung und geht für die Kinder viel zu schnell vorbei. 

 

In Arequipa ist die Pandemie-Situation derzeit stabil, es gibt viele Infektionen, aber noch kein überlastetes Gesundheitssystem. In Lima und im Norden Perus gibt es viele Todesfälle durch die Mutationen, wir sind daher sehr besorgt und hoffen, dass diese Situation nicht auch bei uns eintritt. 

Vielen Dank Ihnen allen für Ihre Hilfe in diesen schweren Zeiten! Bleiben Sie gesund! Wir hoffen, dass Sie und wir bald die Chance auf eine Impfung bekommen!

Viele Grüße,

Lucia Vega

 

Lucia zu Corona: 22.3.2021



Liebe Freunde von Santa Lucia,

unsere Einrichtung ist nun wieder geöffnet für alle Kinder, deren Familien eine Vor Ort Betreuung wünschen oder brauchen. Die Infektionszahlen steigen nicht ins unermessliche, sie fallen leider auch nicht ab. Die Regierung hat sich nicht ausreichend um Impfstoff gekümmert, sodass die Impfungen noch lange nicht für alle zur Verfügung stehen. Aber immerhin, etwas ist im Land schon angekommen, wir warten also auf unsere Impfung. 

12 Gruppenräume sind nun eingerichtet für je 4 Kinder, damit die Abstände eingehalten werden. Einige Kinder bleiben zuhause im Distanzunterricht, um die kümmern wir uns pädagogisch wie zuvor mit zahlreichen Videoanrufen. Für die Therapien kommen sie als Einzelstunde aber auch nach SANTA LUCIA.

Die beiden Ladenflächen können wir aktuell vermieten, da es in Peru keinen Lockdown gibt.

Bleiben Sie alle gesund! Ich schicke auch Fotos von unserer Arbeit vor Ort!

Viele Grüße Lucia



Spendenquittungen 2020 sind verschickt



Wir haben die Spendenquittungen für 2020 verschickt. Allerdings haben wir nicht von allen Spendern die Postadresse. Und es sind auch einige Briefe als unzustellbar zurück gekommen. Wenn Sie also noch keine Spendenquittung erhalten haben, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung.

 

Lucia zu Corona: 20.02.2021



Hallo,

Wir hoffen es geht euch allen gut!

Wir hatten im Januar 3 Wochen die Einrichtung für alle Kinder geöffnet, leider nur für diese kurze Zeit. Die Infektionszahlen steigen rapide an und nun sind wir wieder im Lockdown. Wir sind über diese drei Wochen sehr glücklich, wir haben die Kinder wieder gesehen, es war schön zu einer Art Arbeit und normalem Leben zurück zu kehren. Das haben wir als Mitarbeiter und natürlich auch die Kinder und Familien sehr vermisst, es waren schöne gemeinsame Tage. 

In dieser Zeit hatten auch zwei Läden unsere Ladenflächen angemietet, Karina ist derzeit Schatzmeisterin und hat mit 2800 Soles für als Mieteinnahmen gegeben. Davon haben wir die anfallenden Kosten für diesen Monat bezahlt. Es fehlt noch das Dokument mit Karinas Unterschrift, ich hoffe im folgenden Monat ist allen komplett, dann schicke ich es.

Die Situation in Arequipa ist wieder zum Verzweifeln, immer und immer mehr Infizierte. es wurde 1 Millionen Impf-Dosen der Firma Sinopharm gekauft, also Impfungen für 500.000 Leute. Damit wird nun das med. Personal geimpft. Es geht aber langsam voran und für alle anderen gibt es natürlich noch keine Impfung, ob überhaupt andere Hersteller nach Peru liefern ist noch völlig unklar. Es gibt nun viele Infektionen bei den jüngeren zwischen 20 und 48 Jahren, viele ohne Vorerkrankungen liegen nun auf der Intensiv, manche sterben…. vielleicht eine neue Corona-Variante?

Wir müssen gut auf uns aufpassen! Man darf nun nur noch auf die Strasse, wenn man ein wichtiges Anliegen hat, allerdings gibt es etliche, die gegen die strengen Maßnahmen protestieren. Der Staat zahlt wieder Geld an bedürftige Familien, aber jeder weiss, dass es teilweise nicht bei denen ankommt, die es wirklich brauchen. 

Wir waren voller Hoffnung, im März zum neuen Schuljahr wieder komplett mit allen Kindern starten zu können, aber diese Hoffnung schwindet täglich mehr. Das ist frustrierend für die Familien und das Personal. Wir können nur hoffen, dass sich die Situation bald wieder bessert.

Vielen vielen Dank für all die Hilfe, ganz viele Grüße nach Deutschland, Lucia und das Personal von SANTA LUCIA

 

 

Lucia zu Corona: 25.01.2021



Liebe Freunde von Santa Lucía,

wir hoffen es geht allen gut!

Wir erleben nun leider auch die zweite Corona-Welle. Durch den strengen Lockdown waren die Infektionszahlen soweit abgefallen, dass das medizinische System in Peru wieder funktioniert hat.

Wir hatten tatsächlich für 3 Wochen die Einrichtung SANTA LUCÍA für alle Kinder geöffnet! Es war großartig, die Kinder haben es so genossen, endlich wieder Spielkameraden und andere Spielmöglichkeiten, die Erzieher waren begeistert und die Eltern erleichtert.

Leider können wir das nun nicht mehr verantworten und müssen zurück in die Distanzförderung. Es tut uns in der Seele weh zu sehen, wie für unsere Kinder und Familien nun erneut alles wegbricht.

Aber die Zahlen steigen rasant an und es gibt jetzt schon keine freien Intensivbetten mehr. Durch eine fehlende stabile Regierung wurde bislang kein Impfstoff geliefert. Es wird zwar gesagt, dass im Februar Sinopharm (China) und später AstraZeneca 1 Millionen Dose für med. Personal, Polizei und Feuerwehr liefern wird, aber eigentlich glauben alle, dass es lange nicht reichen wird, ganz abgesehen von der Organisation die hinter solch einer Impfkampagne stehen muss.

Leider sind das sehr schlechte Nachrichten aus Arequipa. Wir hoffen sehr, dass wir bald besser Nachrichten schreiben können.

Viele Grüße und bleiben Sie alle gesund, Lucía Vega und das ganze Personal von SANTA LUCÍA

 

Lucia zu Corona: 14.01.2021



Liebe Freunde

nachdem die Fallzahlen in Arequipa runtergegangen sind konnten wir die Geschäfte in den Räumlichkeiten der Einrichtung vermieten. Dadurch konnten wir ein bisschen Geld einnehmen. Um diese und einige Ausgaben dieses Geldes kümmert sich Karina, welche für die Kasse des Kleingeldes zuständig ist.

In der letzten Dezemberwoche haben wir die Schulungen mit den Mitarbeitern durchgeführt, wo wir stets Abstand gehalten haben. Bei den Schulungen finden wir immer Dinge, die wir noch verbessern können. Alle Mitarbeiter waren von 8 bis 15 Uhr da.

Jetzt im Januar arbeiten wir mit 31 Kindern, da die Eltern darum geben haben. Natürlich benötigen die Kinder unsere Förderung. Derzeit nutzen wir die Situation, dass die Coronazahlen in Arequipa noch niedriger sind. Im Norden Perus nehmen die Zahlen aber bereits wieder zu und auch in Arequipa fangen die Fallzahlen wieder an zu steigen. Dann werden wir wieder vollständig auf Distanzunterricht zurückkehren. Alle Mitarbeiter halten die Sicherheitsvorschriften ein und wir hoffen, dass es uns gut geht.

Derzeit haben wir in Peru noch keinen Impfstoff. Die aktuellen politischen Probleme haben dazu geführt, dass dieser Bereich erheblich vernachlässigt wurde. Die Menschen gehen ihrem Leben hier aber normal mit Maske nach. Zu Weihnachten und Silvester gab es viele Treffen, was zu einer erneuten Verbreitung von Corona führen kann.

Hoffentlich kommt der Impfstoff auch bald in unser Land, um Kinder und schutzbedürftige Menschen zu schützen und dabei auch sicherer zu arbeiten.

Vielen Dank für eure Hilfe und die Arbeit die ihr für das Projekt leistet!

Möge Gott euch in diesem Jahr mit Gesundheit und Glück beschützen!

Lucia"

 

 

Kinder aus Calden basteln für Ayo



Liebe Freunde von Santa Lucia,

uns erreichen immer wieder Zuschriften und Anrufe von Menschen, die auch in diesen schweren und unsicheren Zeiten an Santa Lucia denken und die Einrichtung unterstützen.

Die Mittelpunktschule in Wilhelmsthal / Calden unterstützt die Schulspeisung Ayo jedes Jahr mit einem Weihnachtsprojekt - ganz nach dem Motto „Von Schülern für Schüler“. Und auch in Zeiten der Pandemie mit wochenlangen Schulschließungen und Unsicherheiten bei Schülern, Eltern und Lehrern erreicht uns diese Nachricht:

„Einen wunderschönen 3. Advent wünscht Ihnen die Mittelpunktschule Wilhelmsthal. Nach all diesen schlechten Nachrichten möchten wir Ihnen eine gute Nachricht schicken. Wir haben wie in jedem Jahr für Ayo und Santa Lucia gesammelt und können demnächst  600 Euro überweisen. So viel ist, trotz der schlechten Zeiten für alle, zusammengekommen. Wir sind uns sicher, in Santa Lucia braucht man das Geld dringender denn je.  Unsere Kinder haben fleissig gebastelt und an die Kinder in Peru gedacht. Frohe Weihnachten wünschen die Schüler der Mittelpunktschule Wilhelmsthal und der Förderverein. Bleiben Sie alle gesund!“

Wir danken allen Familien in Calden, die unser Projekt unterstützen! Und natürlich dem Förderverein, welcher das jedes Jahr mit tollen Aktionen möglich macht. 

Unser Dank gilt natürlich auch allen anderen Spendern, die sich für Santa Lucia einsetzen und es jedes Jahr möglich machen, dass die Kinder und Familien die bestmögliche Unterstützung bekommen. Muchas gracias!

 

 

Weihnachtsrundbrief 2020



Den diesjährigen Weihnachtsrundbrief mit aktuellen Informationen aus SANTA LUCIA können Sie hier lesen:

http://arequipa-info.de/9.0.html

Hier finden Sie auch alle Rundbriefe der vergangenen Jahre

 

Ergebnis Jahreshauptversammlung



Liebe Freunde,

wir haben wegen der Corona-Pandemie auf das jährliche Informationstreffen in Kassel verzichtet. In Rahmen dieses Treffen wurde dann auch immer die Jahreshauptversammlung des Vereines durchgeführt. Da keine Vorstandswahlen erforderlich waren, brauchte nur über die Entlastung des Vorstandes für das Jahr 2019 abgestimmt werden. Dazu wurden die Berichte der Vorsitzenden, des Schatzmeisters der Kassenprüfer und der Stimmzettel für die Entlastung des Vorstandes per Post versandt. Am 15.11. wurde ausgezählt mit folgendem Ergebnis.

Lucia zu Corona: 15.10.2020



Hallo,

Die Corona-Zahlen gehen in Arequipa etwas zurück, es sterben dennoch etliche Menschen an dem Virus. Wir hoffen sehr, dass die Zahlen nicht wieder ansteigen. Wir arbeiten mit den Kindern immer noch auf Distanz, dafür müssen wir uns immer neue Sachen einfallen lassen, damit es den Kindern und Familien nicht langweilig wird. Das ist gar nicht so einfach.

 

Zum „Tag des Schülers“, der in Peru sonst immer groß gefeiert wird, haben wir sehr schöne Erfahrungen gemacht. Wir sind bei allen Familien vorbei gegangen mit einem kleinen Geschenk und einem eigenen kleinen Kuchen und haben auf Abstand die Kinder besucht. Viele Familien waren sehr bewegt uns zu sehen, wollten uns umarmen, manche Kinder waren natürlich irritiert von den Masken, manche wollten gleich mit ihren Erziehern mit gehen. Es war schön für uns zu sehen, wie sehr wir auch vermisst werden. Und immer die Frage: wann können alle wieder in die Einrichtung kommen?

Wir hoffen sehr bald!!!

 

Mehr Fotos von den Besuchen zum Tag des Schülers können Sie hier sehen:

https://www.dropbox.com/sh/m3h3jkdgdza665v/AADS7D0WFtG8bsDY6HNd2SCda?dl=0

 

In den Nachrichten sehen wir, dass in Deutschland die Fallzahlen wieder ansteigen. Wir hoffen, dass es sich bald alles beruhigt. Bleibt gesund und passt auf euch auf!

Eure Lucia

 

 

Lucia zu Corona: 24.09.2020



Hallo,

ich schicke euch einige Fotos mit dem folgenden Link, die die Eltern von unseren Kindern im "Home Office" gemacht haben 

https://www.dropbox.com/sh/p1tygxtstyt8ce0/AADQVKl-Z-EOrlBA47oPKhtXa?dl=0

 

Es scheint, als würde sich die Situation mit Corona in Arequipa etwas beruhigen. Manche Zeitungen schreiben, dass die wahre Situation um Corona verschleiert werde. Ich glaube nicht an so etwas. Es gibt zum Glück nicht mehr diese lange Schlangen an Menschen, die Sauerstoff kaufen möchten. Im Krankenhaus gibt es zwei neue Sauerstoffanlagen, die von den Bergbauminen installiert wurden. Nun können die Menschen im Krankenhaus kostenlos ihre Sauerstoffflaschen auffüllen und müssen ihn nicht überteuert kaufen. 

 

Es gibt keine Ausgangssperre mehr wie zuvor, aber natürlich deutliche Einschränkungen wie überall auf der Welt. Wir hoffen alle, dass es hier keinen erneuten massiven Virusausbruch gibt. 

 

Lernen und Fördern der Kinder findet in Santa Lucia wie in allen anderen Einrichtungen immer noch zuhause statt. Bis auf 5 Kinder, deren Eltern immer wieder um Therapien vor Ort gebeten haben. Die 5 Kinder kommen für eine Stunde dreimal pro Woche in unterschiedlichen Zeiten und arbeiten mit den Psychologen, Logopäden und Pysiotherapeuten. Wir achten sehr auf den Abstand und versuchen alle zu schützen, klären die Eltern immer wieder über Verhaltensregeln auf, damit sich niemand ansteckt, am wenigsten die Familien selbst. Wir können diese Eltern aber sehr gut verstehen, die Angst ist groß, dass ihre Kinder in der Zeit es Lockdowns viel verlernen. Uns gibt es so die Möglichkeit, unsere Hygienekonzepte anzupassen und langsam wieder zu beginnen, auch wenn leider nicht nicht klar ist, wann wieder mit allen Kindern zurück kehren können.

 

Ich hoffe, es geht Ihnen allen gut,ich sende viele Grüße aus Arequipa,

eure Lucia

 

 

Freistellungsbescheid des Finanzamtes 2020



Das Finanzamt hat unsere Finanzen von 2017-2019 überprüft. Es bestätigt die satzungsgemäße Verwendung der Spenden und dass wir weiterhin von der Körperschaftssteuer und der Gewerbesteuer befreit sind. Und es wird bestätigt, dass wir auch künftig steuerrelevante Spendenquittungen ausstellen dürfen. Eine Kopie des Freistellungsbescheides finden Sie unter Finanzunterlagen. Da haben wir zu Ihrer Information über die Verwendung Ihrer Spenden auch alle jährlichen Finanzberichte öffentlich gemacht.

http://p108745.typo3server.info/10.0.html

 

Lucia zu Corona: 9.9.2020



Hallo,

 

ich hoffe, dass es Ihnen und euch allen gut geht und alle gesund sind in diesen schwierigen Zeiten. Es ist bestimmt auch in den internationalen Medien, dass es in Peru auf eine Millionen Einwohner die meisten Toten in Folge von COVID-19 gibt. Leider sind viele Dinge sehr schlecht in Peru: die medizinische Versorgung, die ökonomische Situation, das Verantwortungsbewusstsein und die Disziplin der Menschen hier. All diese Faktoren tragen dazu bei, dass sich immer mehr Menschen mit dem Virus infizieren, etliche werden sehr krank und sterben und nicht nur alte Leute mit Vorerkrankungen. Es sterben auch junge Leute und sogar Kinder! Viele andere haben aber keine Symptome und spazieren auf der Straße, besuchen die Familie, feiern Feste und stecken auf diesem Weg immer mehr Menschen an. Es ist einfach nur noch chaotisch hier.

Aktuell sind 14 Familien aus Santa Lucia mit dem Coronavirus infiziert, einige schon wieder genesen, andere haben noch Beschwerden. Zum Glück gibt es bislang noch keine schweren Verläufe, niemand musste beatmet werden. Und bislang ist auch keines der Kinder in diesen Familien an dem Virus erkrankt, das ist ein großes Glück.

 

Im Personal ist das Virus derzeit bei 4 Familien nachgewiesen und auch dort zum Glück nur mit milden Verläufen.

Das Problem ist, dass viele Familien mit mehreren Generationen unter einem Dach leben: Großeltern, Eltern, Geschwister auch mit Partnern und die Kinder. Diejenigen der Familie, die zur Arbeit gehen, stecken sich oft mit dem Virus an und infizieren in der Folge die ganze Familie.

 

Die Regierung hat den Lockdown zurück genommen, da die Wirtschaft am Boden liegt. Alle dürfen nun wieder auf die Straße, es gelten Abstandsregeln, die Maskenpflicht und die Händehygiene. Aber alle wissen, dass sich viele nicht an diese Regeln halten werden. Vielen fehlt einfach das Verantwortungsbewusstsein, es wird nicht an die Folgen des eigenen Handelns gedacht.

 

Wir arbeiten weiterhin mit den Kindern auf Distanz, alle Schulen und Betreuungseinrichtungen sind noch geschlossen. Das digitale Lernen mit unseren Familien funktioniert immer noch gut. Das Personal hat sich aber letzte Woche in der Einrichtung getroffen, da sich leider in den leeren Räumlichkeiten viele Mäuse ausgebreitet haben. Wir haben mit großem Abstand zueinander alles sauber gemacht, aber natürlich nur die Mitarbeiter ohne Coronainfektion oder Vorerkrankungen wie zB unsere Köchin Carmen. Sie kann der Gefahr einer Infektion aufgrund von chronischen Erkrankungen nicht ausgesetzt werden. Viele Mäuse wurden in den Gruppenräumen und der Küche gefangen und nun sind alle Schlitze unter den Türen und an Fenstern abgedichtet in der Hoffnung, dass alle Eingänge für Mäuse nun versperrt sind.

 

In der Hoffnung, dass diese schreckliche Zeit bald vorbei ist und wir auch wieder vor Ort mit den Kindern spielen, lachen, lernen und arbeiten können, sende ich viele Grüße aus Arequipa.

Lucia Vega.

 



Lucia zu Corona: 7.8.2020



Hallo,

ich hoffe es geht Ihnen allen gut in diesen auf der ganzen Welt schwierigen Zeiten.

Wir arbeiten in Santa Lucia immer noch von zuhause aus, alle Einrichtungen, Schulen und Kindergärten sind noch geschlossen. Leider sind vier Familien von Kindern in Santa Lucia an Corona erkrankt, zum Glück nicht sondern schlimm und alle werden nach und nach wieder gesund. Das größte Glück ist aber, dass sich keines der Kinder symptomatisch infiziert hat!

Auch in Ayo ist das Virus leider angekommen. Bislang ist nur eine Familie betroffen und diese befinden sich in Quarantäne. Der Vater ist an der Infektion verstorben und die Mutter ist aktuell im Krankenhaus. Es gibt leider keinen Arzt in Ayo, nur einen Sanitäter. Dieser hatte angenommen, der Mann leide an einer Nierenbeckeninfektion und ihn zum medizinischen Stützpunkt in Andagua geschickt. Dort hat man herausgefunden, dass er an Corona erkrankt ist, er ist nach Arequipa gebracht worden, allerdings sehr spät und dort noch am Tag seiner Ankunft verstorben. Seine Frau wird nun auch in Arequipa behandelt. Sie haben zwei kleine Kinder die auch infiziert sind, allerdings nur mit milden Erkältungssymptomen.

Der Ablauf der Schulspeisung wurde daraufhin etwas geändert. Es wurde vor Ort zubereitet und die Menschen haben das Essen abgeholt und zuhause gegessen. Da das Infektionsgeschehen in Ayo nun aber kontrolliert ist und alle Familien negativ auf das Virus getestet wurden, können sie Leute wieder vor Ort essen.

Die Situation in Arequipa ist nach wie vor schlecht, die Infektionszahlen sind enorm, es wurden erneut Betten im staatlichen Krankenhaus aufgestockt. Diese reichen nach wie vor nicht, wer erkrankt, kann keine Hilfe im Krankenhaus erwarten. Viele Menschen bleiben krank zuhause und wenn sie sterben, dann lieber zuhause als im Krankenhaus.

Es sind etliche Ärzte und Krankenpfleger aus Lima nach Arequipa gekommen, es gibt hier immer weniger medizinisches Personal, viele sind infiziert, einige verstorben. Das ist alles sehr sehr traurig.

Alle Menschen hier hoffen sehr, dass diese Pandemie bald ein Ende hat und wir wieder wie gewohnt in unsere Leben und auch in unsere Arbeit zurück können.

Viele liebe Grüße,

Lucia

 

 

„Bleib stark Arequipa!“

„Die weiße Stadt durchlebt schreckliche Momente"

 

Lucia zu Corona: 19.7.2020



Liebe Freunde von Santa Lucia,

immer noch sind die Zustände in Arequipa und Peru aufgrund der Corona-Pandemie prekär. Ich selbst kenne leider viele Menschen, die an dem Virus gestorben sind. Ältere Nachbarn und Eltern von Freunden, die eben als ältere Menschen Vorerkrankungen hatten. Aber auch Freunde von mir im Alter von Anfang 50. Das ist so traurig und bereitet uns große Sorge. Es gibt teilweise 900 neue Fälle in Arequipa und über 20 Tote pro Tag. Aktuell sind es 4000 Neuinfektionen in ganz Peru pro Tag. Leider sind auch zwei Familien von Kindern aus Santa Lucia an Corona erkrankt. Sie sind zuhause in Quarantäne, aber auch, weil die Zustände im staatlichen Krankenhaus katastrophal sind. Die Menschen harren immer noch vor den Türen der Klinik aus, Angehörige bringen schwer Erkrankte, sie liegen in ihren Autos oder auf Liegen, teilweise mit Sauerstoff in Flaschen, die von den Familien selbst organisiert werden. Es sind viele Klinikmitarbeiter an Corona infiziert und teilweise auch gestorben, sodaß nun auch noch ein Personalmangel entsteht.

In Arequipa gibt es nur 4 private Kliniken, die überhaupt stationäre Patienten aufnehmen. Die größte heißt „San Juan de Dios“ und nimmt gar keine Fälle von COVID-Erkrankten auf. Die „Clinica Arequipa“, die „Clinica Valle Sur“ und die „Clinica San Pablo“ haben insgesamt nur 11 Intensivbetten und sonst auch wenige stationäre Betten. Dieser wenige Platz ist aber wohl den Personen mit einer privaten Krankenversicherung vorbehalten.

In Lima gibt es natürlich mehr private Krankenhäuser, die auch größer sind. In den Nachrichten wurde allerdings mal von einer Frau berichtet, dass eine private Klinik für die Behandlung ihres an Corona erkrankten Vaters 180.000 Soles (ca. 45.000 Euro) berechnet hat. Das ist eine Summe, die sich hier kaum jemand leisten kann.

Wir senden im Namen aller Mitarbeitern, Kindern und Familien Grüße nach Deutschland und hoffen, dass sich diese schreckliche Situation bald bessert. Bleibt alle gesund! Lucia und das Team von Santa Lucia

 

Lucia zu Corona: 6.7.2020



Liebe Freunde von Santa Lucia,


Manuela hat wieder Lebensmittel zur Schulspeisung nach Ayo geschickt, es ist dringend nötig die Menschen dort zu unterstützen. Es sind aktuell 69 Kinder und 26 ältere Menschen, die die Schulspeisung nutzen. Zum Glück ist Corona noch nicht in Ayo angekommen, aber die Lebensmittel helfen den Familien dennoch sehr. Das Problem ist, dass es nur Transporte gibt für wichtige und wirklich nötige Dinge gibt. Ihre eigenen angebauten Produkte können sie aber nicht auf andere Märkte versenden und somit auch nicht gegen andere Lebensmittel tauschen. In Ayo werden generell nur Früchte angebaut, immer wieder gab es früher bereits Anregungen, dass der Anbau variabler werden muss, aber die Menschen ändern sich nicht. Manuela hat diesen Monat nun doch um ihren Lohn gebeten (sie hatte zuvor aufgrund der Krise darauf verzichtet), sie wird das Geld auch für Ayo verwenden, die Produkte sind in der Corona-Krise alle viel teurer geworden und für das, was sie für die Schulspeisung braucht reicht das eingeplante Budget nicht.


Die Situation in Peru bessert sich in Bezug auf das Coronavirus etwas, allerdings leider nicht in Arequipa. Wir haben nach Lima die höchsten Infektionszahlen. Es gibt keinen freien Sauerstoffplatz mehr in Arequipa, die Menschen stehen in langen Schlangen um Sauerstoffflaschen zu kaufen. 4.000 Liter kosten ungefähr 3.500 - 6.000 Soles (800-1500 Euro) und der Transport so einer Flasche um die 400-600 Soles! In den Krankenhäusern gibt es keinen Sauerstoff mehr und auch keine freien Plätze für so viele Menschen. Es gibt außerhalb der Krankenhäuser viele erkrankte Menschen auf einfachen Liegen, dort bringen die Familien den Sauerstoff hin um ihre Angehörigen zu versorgen. Es ist sehr viel Leid in diesen Familien, aber dennoch müssen viele Menschen täglich zum Arbeiten und Überleben auf die Straße. Viele Menschen sterben zuhause an COVID-19, auch ich kenne welche, und man sagt, dass man in den Krankenhäusern wohl noch schneller stirbt, da die Zustände dort so katastrophal sind. Wir hoffen alle, dass sich die Situation bald bessert.


Wir arbeiten weiter auf der Distanz mit den Kindern, es klappt mittlerweile richtig gut, die Eltern und Erzieher haben ein gutes gemeinschaftliches Konzept entwickelt und das Interesse an der Förderung der Kinder in bei den Eltern deutlich gestiegen über diese Zeit. Die Aufgaben und Übungen sind interessant und gleichzeitig fordernd, zudem gibt es Videos und Material, welches lustig ist und Spaß macht. Es gibt Familien, deren Kinder früher in Santa Lucia waren, die uns nun auch um digitale Lerneinheiten bitten. Andere Einrichtungen scheinen nicht immer so interessiert zu sein.


Nach Sieglindes Tod hatte ich die Idee, die Einrichtung zu Ehren ihrer in „Sieglinde Pausewang“ umzubenennen. In Peru ist das erlaubt nach dem Tod einer Person. Es ist allerdings schwieg auszusprechen für die Menschen hier. Nun wollen wir ein schönes Foto von ihr an einem zentralen Punkt in der Einrichtung aufhängen.


Ich sende allen viele Grüße nach Deutschland, bleiben Sie alle gesund!

Lucia Vega (verfasst am 6.7.20)

 

 



Lucia zu Corona: 18.06.2020



Hallo,

Wir haben Lebensmittel für die Schulspeisung in Ayo gekauft. Es konnte allerdings nicht alles mitgeben werden, da aktuell nur ein Transporter zweimal im Monat nach Ayo fährt.

Die Schulspeisung ist seit Juni tatsächlich wieder geöffnet, obwohl sonst im Land in den Städten noch relativ strikte Ausgangssperren herrschen. In Ayo gibt es bislang keine Corona-Fälle und es hoffen natürlich alle sehr, dass es so bleibt. Es gibt dort weder Krankenhäuser noch Ärzte, nur ein Mann hat die Weiterbildung als Krankenpfleger, ein Coronaausbruch wär also eine Katastrophe. Das Dorf ist aber bis auf die seltenen Transporte weitgehend isoliert. Die Menschen dort haben daher aber auch leider keine Möglichkeit, ihre regionalen Produkte auf dem Markt in Andagua anzubieten. Und einige Kinder, die sonst in Arequipa zur Schule gehen und bei Verwandten wohnen, sind im Zuge der Pandemie in Ayo geblieben. Die Versorgung mit Lebensmittel ist durch den eingeschränkten Handel noch schlechter als sonst und somit war der Ruf nach der Öffnung der Schulspeisung laut. Es sind viele Kinder und ältere Menschen die in die Schulspeisung kommen und essen. Wir hoffen dass wir auch weiterhin unkompliziert Lebensmittel nach Ayo bringen lassen können.

In Arequipa ist die Situation immer noch sehr beängstigend. Es gibt immer mehr Infizierte und mittlerweile keine Kapazitäten mehr in den Krankenhäusern. Viele Menschen sterben auch an anderen Erkrankungen, weil es keine medizinische Versorgung mehr gibt. Herzinfarkte oder andere schwere Erkrankungen können nicht mehr behandelt werden. 

Die Ausgangssperren gehen bis Ende Juni. Aber ich denke, dass sie danach vielleicht aufgehoben werden, da sich viele Menschen sowieso nicht an die Regeln halten. Viele gehen auf die Straßen um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, aber auch einfach so. Die Masken werden oft nicht aufgezogen und die Unzufriedenheit in der Bevölkerung ist hoch. 

Im Kreise von Santa Lucia ist eine alleinerziehende Mutter an COVID19 erkrankt, sie ist Polizistin und hat bislang einen milden Symptomverlauf. Ihre Kinder wohnen aktuell bei ihrer Schwester. Und sonst gibt es glücklicherweise keinen weiteren in der Familie mit Beschwerden. 

Daran zeigt sich natürlich auch das „Problem“ der asymptomatisch Erkrankten. Die Menschen fühlen sich gesund und geben unwissend das Virus weiter. Diese Situation stresst uns alle sehr. Und niemand weiß wie lange die Situation noch anhält. Keiner weiß ob wir noch monatelang solche Zustände haben werden.

Ich bedanke mich sehr führ Ihre Arbeit, viele Grüße,

Lucia.

 

 

Lucia zu Corona: 20.05.2020



Liebe Freunde von Santa Lucia,

 

ich hoffe es geht Ihnen allen gut. Diesen Text schreibe ich im Rahmen der monatlichen Abrechnung, die ich an den deutschen Verein schicke. In Zeiten von Corona ist dieser Bericht ganz anders als sonst:

Wir haben im April lediglich das Telefon und Internet bezahlt, was ein monatlicher Fixpreis ist. 

 

- Manuela hat diesen Monat ihren Lohn nicht akzeptiert. Sie sagte, dass sie nichts verdienen kann, wenn sie nicht arbeitet. Bevor wir die Einrichtung nicht wieder regulär öffnen können, verzichtet sie auf ihr Gehalt. Sie ist sehr besorgt über die Situation von Santa Lucia in diesen Zeiten und hat immer ein Auge darauf, dass das Geld reicht.

 

- Anyela ist unsere Aushilfe in der Küche, sie kann natürlich aktuell auch nicht arbeiten. Wir müssen sie dennoch finanziell weiter unterstützen, der Vater ihres Kindes bringt ihr manchmal Lebensmittel vorbei, zahlt aber kein Geld als Unterhalt. Somit fehlt ihr immer Geld für Brot und lebenswichtige Dinge. Sie lebt derzeit in unserem Haus in der Cahuide, damit unterstützen wir sie, da sie keine Miete zahlt. Das Haus möchten wir verkaufen, in der Coronakrise ist dies aber nicht möglich.

 

- Dr. Rivera arbeitet derzeit natürlich komplett im Krankenhaus und bekommt somit kein Geld von uns.

 

- Unsere Köchin Carmen kann derzeit auch nicht arbeiten da die Kinder von Santa Lucia natürlich zuhause essen, aber sie kommt ihren Lohn weiter. Sie hat sonst überhaupt kein Auskommen mehr, sie ist chronisch krank und bekommt keine Unterstützung durch ihre Kinder. Das ist auch der Unterschied zu Manuela, die auf ihre Kinder zählen kann.

 

- Unsere Steuerberaterin bekommt ihren Lohn, der vertraglich vereinbart ist. Es fallen ja weiterhin Steuern und Zahlungen für die Einrichtung an, die bearbeitet werden müssen.

 

- Der Familie aus Venezuela, die in unserem Haus Thomas Alvarez wohnt, geht es gut. Sie bewohnen, beleben und bewachen das Haus, es gibt ja aktuell auch keine deutschen Praktikanten, wir haben Ihnen 200 Soles diesen Monat bezahlt. 

 

Die Arbeit mit den Kindern hat sich tatsächlich nach vielen Startschwierigkeiten auf allen Seiten gut eingependelt. Die Familien haben sich daran gewöhnt, die ganze Zeit mit den Kindern zuhause zu sein. Die Erzieher und Therapeuten erarbeiten jeden Tag einen Förder- und Spieleplan für jedes einzelne Kind und senden es per WhatsApp an die Eltern. Die Kommunikation ist mittlerweile sehr viel besser mit den Eltern. 

Ich lasse mir jeden Tag alle Pläne der Erzieher und Therapeuten schicken, schaue darüber und versuche in gemeinsamen digitalen Treffen Anregungen und Fragen zusammen zu tragen, die wir gemeinsam besprechen. Jeden Freitag „treffen“ wir uns als gesamtes Personal über Webex und tauschen die Informationen zu den Kindern aus, aber auch zu Dokumenten, die anfallen. Es war zu Beginn alles sehr holprig und anstrengend, alles mussten wir komplett neu aufbauen, aber mittlerweile sind technische Probleme Vergangenheit und der Austausch ist entgegen aller Bedenken gut.

 

Meine Arbeit mit dem Bildungsministerium ist so viel und anstrengend wie nie zuvor. Sie kontrollieren alle privaten Bildungseinrichtungen, fordern Dokumente und Papiere an, es sind so viele, die wird sicher kein Mensch dort lesen. Sie fordern und fordern. Jeden Dienstag und Donnerstag vormittag gibt es ein verpflichtendes digitales Treffen, es ist sehr ermüdend, aber wir müssen da teilnehmen. Ich kann keinen Sinn in dieser Kontrolle erkennen. Natürlich gibt es sicher immer mal die eine oder andere Einrichtung, die keine gute Arbeit im Homeoffice macht, aber die Kontrollen hören nicht auf für alle. 

 

Ich schicke zudem einen Brief von Juan. Er hat mich angesprochen, dass er im Moment keine Therapien anbieten kann, er bekommt nur das Gehalt, dass er als Angestellter der Schule bekommt, in der er auch noch arbeitet. Er kann also aktuell die Kreditzahlungen an Santa Lucia nicht leisten, da er die Nebenkosten für Carmens Haus zahlt und wenn gesundheitlich etwas bei ihr ansteht, ihre Kinder kümmern sich leider darum nicht. Ich habe ihn gebeten, dass er Ihnen einen Brief über seine Situation schreibt. Diesen habe ich im Anhang angehängt.

 

Es ist einfach schrecklich, aber die Corona-Infektionzahlen in Peru steigen weiter an und wir wissen nicht, wann und wo ein Ende in Sicht ist.

 

Ich hoffe es geht Ihnen allen gut. Ich schicke viele Grüße und melde mich bald mit der aktuellen Situation.

Danke und viele Grüße,

Lucia

 

 

Frühjahrsrundbrief 2020



Im Frühjahrsrundbrief 2020 haben wir die aktuellen Informationen zur Situation von Santa Lucia in Zeiten von Corona zusammengefasst. Den Rundbrief sowie alle Rundbriefe seit 2010 finden Sie hier:

arequipa-info.de/9.0.html

 

 

 

 

Lucia 13.4.2020: Aprendo en mi casa (Ich lerne zu Hause)



Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer von Santa Lucía,

ich hoffe, dass es Ihnen und Ihren Familien gut geht und alle bisher noch von COVID-19 verschont geblieben sind.

 

In Santa Lucía arbeiten wir derzeit nicht in den Klassen. Allerdings arbeiten wir mit den Familien und den Kindern jeweils individuell zusammen, damit das Zuhausebleiben in diesem gezwungen Zustand dennoch gesundheitsfördernd ist, die Kinder weiter unterhalten werden und dabei weiter lernen. Die Kommunikation und die Aufgaben, die wir an die Familien senden, erfolgen über das Handy und WhatsApp, welches die meisten Eltern auch haben. Diejenigen die kein WhatsApp haben, benutzen dann häufig das Handy von Verwandten mit denen sie zusammenwohnen. Das gleiche gilt für Zettel die ausdgedruckt werden sollen. Mit einigen Familien, die keine Möglichkeit zum Drucken haben, haben wir auch vereinbart, dass diese einfach die Aufgabenzettel selber abzeichnen könnnen. Das ist häufig unrproblematisch möglich.

 

Diese Aktivitäten richten sich nach den Lernbedürfnissen jedes Kindes, seiner Diagnose und den Schwierigkeiten, die jedes Kind hat. Aber das Wichtigste ist derzeit, dass wir lustige Aktivitäten anbieten, an denen auch die ganze Familie teilnehmen kann, mit Spielen, dynamischen Übungen, Yoga usw. Wir haben aber auch viele Aktivitäten, welche die Kinder länger beschäftigen sollen. Dies ist insbesondere für Kinder mit Autismus sehr wichtig, denn wenn sie nicht ausreichend beschäftigt sind, werden sie frustriert und entwickeln ein schwieriges Verhalten. Deshalb senden wir ihnen sehr abwechslungsreiche Bilder zu auf den beispielsweise Kinder in einer Yoga-Haltung zu sehen sind, andere schälen Bohnen, waschen Kleidung oder füllen Behälter.

Hier können Sie Fotos und Videos der Eltern sehen:

https://www.dropbox.com/sh/ch9c5g3k9g6ykcg/AACmR05RgOiYC08axV_CxKi9a?dl=0 

 

Was uns sehr wichtig ist, dass die Kinder das Händewaschen viel üben, was insbesondere nun auch in der Coronasituation unerlässlich ist. Dabei richten wir uns auch an die Eltern, damit diese das Händewaschen in Eigenhilfe mit ihren Kindern täglich üben. Jetzt wo sie mehr Zeit zu Hause haben, fällt dies vielen auch leichter.

Die Eltern sind wegen der Arbeit, die wir leisten sehr erleichtert, denn es hilft ihnen sehr ihre Kinder aber auch sich selbst zu unterhalten. Selbstverständlich sagen sie auch alle, dass es für sie besser ist, wenn der normale Unterricht in den Klassen wieder beginnt.

 

Vielen Dank an Sie alle! Durch Ihre Unterstützung ist die Arbeit für Santa Lucía und die Hilfe für die Familien weiterhin möglich!

Viele Grüße

Lucia

 

 

 

Lucia 30.3.2020: Corona in Arequipa



Hallo liebe Freunde,

ich hoffe euch geht es gut, trotz der Situation mit dem Coronavirus.

In Peru ist die Situation noch nicht besser. Es gibt noch die Ausgangssperre, die die Regierung verhängt hat. Die Maßnahmen wurden sehr schnell umgesetzt um das soziale Leben einzuschränken. Aber das schlechte ist, dass viele Personen hier in meinem Land sehr unverantwortlich sind und nach draußen gehen, als wäre nichts. Und es gibt auch Menschen die weiter Sachen verkaufen, und ihr wisst, dass sie das müssen um jeden Tag ihr Essen davon zu kaufen. Also arbeiten sie weiter und kümmern sich nicht darum, ob es erlaubt ist oder nicht. Die Regierung unterstützt bedürfte Familien mit 380 Soles pro halben Monat (Anmerkung: 100 Euro). Aber einige Personen erreicht das Geld nicht, da die Daten der Personen in den Registern des Zensus nicht aktualisiert sind. Also bekommen die Personen die es nicht brauchen diesen Bonus, und die die ihn benötigen bekommen nichts.

Meinen großer Respekt gilt allen Familien in Santa Lucia! Die meisten habe eine „unabhängige/selbstständige“ Arbeit: Maurer, Mechaniker, Schweißer, Schreiner, Schuster, viele Taxifahrer, Busfahrer, die in normalen Zeiten ganz in Ordnung verdienen können, aber jetzt haben sie aktuell kein Einkommen. Deswegen ist es für sie eine sehr schwierige Situation. Nur eine kleine Gruppe ist angestellt in Firmen, die die Gehälter weiter bezahlen. Die Regierung hat die Ausgangssperre verlängert, daher wird der Bonus um diese 15 Tag verlängert und von der Verwaltung jedes Distrikts gezahlt. So kommt es dann bei den Familien von Santa Lucia an.

Unser Personal bearbeitet ein Buch zum Thema Autismus. Sie sagen, dass sie sich nun besser mit Autismus auskennen und besser arbeiten können. Bis zum heutigen Tag haben wir Anleitungen an die Familien unserer Kinder geschickt, welche Aktivitäten sie mit den Kindern zu Hause machen können. Aber da müssen die Familien mitarbeiten und wir schauen, dass es Aktivitäten sind, die den Familien helfen die schwierige Situation, mit ihren „gestressten“ Kindern, die nicht raus dürfen, zu überstehen

Jeden Tag gibt es einen Bericht der Regierung, wie sich die Fälle entwickeln, und es ist sehr demotivierend, da die Zahlen steigen. Natürlich steigen sie, aber es wäre besser, wenn sich die Menschen an die Ausgangssperren halten würden. Die Menschen glauben nicht, dass es nicht genügend Möglichkeiten zur Behandlung in den Krankenhäusern gibt und genügend Testmöglichkeiten, wenn die Infektionen weiter steigen.

Die Polizei und Behörden kontrollieren in den Straßen, damit niemand das Haus einfach so verlässt. Man darf Essen einkaufen und in die Apotheke. Wir brauchen wirklich Polizei und Soldaten, die die vielen Menschen kontrollieren, die einfach nicht weit genug denken, könnt ihr euch das vorstellen? Die Leute denken einfach nur für diesen Moment, dass sie jetzt einmal raus gehen wollen und mehr interessiert sie nicht.

In Arequipa sind 21 Personen infiziert. 2 sind im Krankenhaus en ESSALUD, die anderen Personen sind zu Hause und 2 Personen sind geheilt.

In der Familie geht es allen gut. Wir sorgen uns um Manuela, meine Mutter. Glücklicherweise sind ihre erwachsenen Enkel Nestor und Mirza bei ihr. Wir anderen können Sie nicht sehen, aber wir telefonieren jeden Tag.

Ich hoffe von ganzem Herzen, dass die Situation sich verbessert. Das Gesundheitssystem in Peru kann viele zu viele Erkrankte nicht aushalten und die wirtschaftliche Situation verschlechtert sich sehr.

Passt alle auf euch auf und bleibt gesund, viele Grüße, Lucia

 

 

 

Santa Lucia wegen Corona geschlossen



Liebe Freunde von Santa Lucia.

Lucia hat uns über die Situation durch Corona in Santa Lucia geschrieben.

Praktikanten sind keine mehr in Arequipa. Malina und Matthias sind Ende Januar abgereist. Katharina wollte noch bis Ende März bleiben, ist aber schon vorzeitig wegen dem Corona Virus geflogen. Die nächste Generation kommt erst im Sommer. Da müssen wir mal sehen, wie die Situation ist

Hier ist Lucias Bericht:

 

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer von Santa Lucía,

 

die Situation hinsichtlich der Corona-Pandemie spitzt sich auch in Peru weiter zu, was mit weiteren Einschränkungen einhergeht. Aktuell ist der Notstand ausgerufen worden. Dies bedeutet, dass keine Person außer im Notfall das Haus verlassen darf. Unter die Ausnahmen fallen zum Beispiel Arzt- und Apothekenbesuche sowie Supermarkteinkäufe.

 

Heute sind nur noch wir, das Personal, nach Santa Lucía gekommen. Die Eltern der Kinder wissen bereits, dass sie ihre Kinder nicht in die Einrichtung bringen sollen, weshalb schlussendlich auch kein Kind heute da war. Das Personal bildet sich derzeit über das Thema Autismus weiter. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter hat derzeit ein Buch über Autismus, was sie zu Hause lesen sollen, damit sie sich weiter mit der Entwicklungsstörung in der Theorie aber auch aus praktischer Arbeitssicht beschäftigen und weiterbilden.

 

In Peru sind inzwischen Universitäten und Institutionen geschlossen worden. Die Medizinstudenten im Praktikum gehen nun auch nicht mehr in die Krankenhäuser und sonstigen Kliniken.

 

Seit vier Tagen stürmen die Menschen in Peru nun in sämtliche Supermärkte und kaufen wie verrückt, die Schlangen finden kein Ende. Am heutigen Morgen wurde die soziale Situation auch immer schlimmer. Es kam zu Auseinandersetzungen der Kunden untereinander, wobei zum Teil die Polizei einschreiten musste.

Auf den Straßen sind jetzt schon nicht mehr viele Autos zu sehen, aber ab morgen sollen die Straßen frei von Menschen und fahrenden Autos sein. Allein Ärzte, sonstiges medizinisches Personal und weitere Krankenhausmitarbeiter dürfen sich noch in den Autos zur Arbeit fortbewegen. Die Verantwortlichen haben bereits Verhaftungen angedroht, wenn sich Menschen ohne Sonderbefugnis auf den Straßen aufhalten.

 

Dieser Ausnahmezustand wurde nun erstmal für die nächsten zwei Wochen festgesetzt. Der Präsident hat auf die Situation der Arbeiter reagiert und festgelegt, dass alle Menschen in ihre Heimatstädte zurückkehren müssen. Die Arbeitgeber müssen allerdings eine Rückkehr in den jeweiligen Beruf nach Beendigung des aktuellen Notstandes gewährleisten, weshalb der Lohn weiterhin ausgezahlt werden muss. Für Verkäufer auf der Straße, die nun nichts mehr verkaufen können, wird die Regierung diesen Familien für die nächsten zwei Wochen eine Sonderhilfe in Höhe von 380 Soles [ca. 98 Euro] bereitstellen.

 

Derzeit gibt es 86 Coronainfizierte in Peru. 73 davon sind in Lima, zwei Fälle gibt es in Arequipa und der Rest verteilt sich auf die anderen Regionen. Sehr problematisch ist, dass die Tests von Arequipa nach Lima geschickt werden und 5 bis 7 Tage für die Testergebnisse benötigt werden. Keiner kann deshalb sagen, wie hoch die konkreten Zahlen derzeit sind.

 

Heute wurden nun die Außengrenzen des Landes geschlossen und auch zwischen den Städten in Peru ist ein Übertritt nun nicht mehr möglich.

 

Nun, ich hoffe, dass dies alles hilft, das Coronavirus zu kontrollieren und einzudämmen.

 

Passen Sie auf sich auf!

 

Lucía Vega

 

Anmerkung: Lucía Vega hat den Brief am 16.03.2020 verfasst und gibt die Situation in Santa Lucía und allgemein in Peru hinsichtlich der Corona-Pandemie zu diesem Zeitpunkt wieder.